RWTH Aachen testet erfolgreich dynamisches Laden von E-Lkw

16.01.2026 15:04 Uhr | Lesezeit: 4 min
Projektabschluss BEV Goes eHighway - BEE (v.l.): Achim Kampker, Clemens Niederée (PEM) und Gordon Witham und Lutz Eckstein (ika)
Die beiden Elektro-Lkw-Prototypen sind das Ergebnis des Projekts „BEE“ der RWTH-Forschungspartner Professor Achim Kampker (v. l.) und Clemens Niederée (PEM) sowie Gordon Witham und Professor Lutz Eckstein (ika)
© Foto: ika der RWTH Aachen

Im Rahmen des Forschungsprojekts „BEV Goes eHighway – BEE“ wurde die Lkw-Batterie während der Fahrt an einer Oberleitung aufgeladen.

Das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) und der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen haben im nun beendeten Forschungsprojekt „BEV Goes eHighway – BEE“ ein Nachrüstkonzept für elektrische Serien-Lkw entwickelt. Dabei wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller DAF Trucks zwei batteriebetriebene „DAF XD Electric“-Modelle um ein neu entwickeltes Pantographensystem erweitert. Das im realen Straßenverkehr erprobte System erlaube es, die Fahrzeugbatterie während der Fahrt an einer Oberleitung aufzuladen, so die RWTH Aachen.

Zwei DAF XD Electric absolvieren über 10.000 Testkilometer

Nach der Entwicklung, dem Aufbau und der Integration des Nachrüstkonzepts in die Lkw-Prototypen im Sommer 2024 wurde das System in beiden Fahrzeugen entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen homologiert. Nach dem Erhalt der offiziellen Straßenzulassung legten die beiden Fahrzeuge mehr als 10.000 Testkilometer zurück.

Dynamisches Laden als Baustein für nachhaltigen Güterverkehr

„Dynamisches Laden während der Fahrt ist ein wichtiger Baustein im Technologie-Mix, um den Güterverkehr ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu dekarbonisieren“, resümiert ika-Leiter Professor Lutz Eckstein. Ziel des BEE-Projekts war es, neben einer wirtschaftlichen Nachrüstlösung für Pantographensysteme auch die vorhandenen Schnittstellen für eine einfache Integration in serienmäßige Elektro-Lkw verschiedener Hersteller zu analysieren und daraus einen Normvorschlag für notwendige Anpassungen abzuleiten.

Analyse von Schnittstellen, Batteriealterung und TCO

„Die Stromversorgung der Batterie mittels Oberleitung kann dabei helfen, das stationäre Laden und die damit verbundenen Lieferzeiten zu reduzieren“, sagt PEM-Leiter Professor Achim Kampker. Das Projekt hatte darüber hinaus Einsparpotenziale mit Blick auf die Batteriegröße, den Einfluss auf das Alterungsverhalten der Batterien sowie die Gesamtkosten des Nachrüstsystems im Rahmen einer „Total Cost of Ownership“-Analyse untersucht.

Bundesministerium unterstützt Projekt

Das Forschungsvorhaben wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert und vom Projektträger „VDI/VDE Innovation + Technik“ betreut.

HASHTAG


#Oberleitungs-Lkw

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