Nissan steht zum Standort Barcelona

06.02.2013 09:31 Uhr
Nissan Werk Barcelona
Bisher entstanden in Barcelona vor allem leichte LKW und 4x4-Modelle
©Foto: Nissan

Nissan will ab 2014 in Barcelona auch PKW fertigen.

Barcelona. Nissan steht zu seinem spanischen Standort. Die Geschichte des Unternehmens geht auf das Jahr 1980 zurück indem das japanische Unternehmen Nissan eine  Aktienmehrheit von 55 Prozent über das spanische Unternehmen Motor Ibérica S.A. erlangte, die mit verschiedenen Unternehmen zusammenarbeitete und eine entsprechend breite Produktpalette fertigte. Die  Zusammenarbeit mit Alfa Romeo und Jeep wurde beendet, während die Nutzfahrzeugfertigung unter dem Namen Ebro bis Ende der achtziger Jahre aufrecht erhalten wurde. Man startete 1980 mit den LKW der Ebro-L-Serie, dazu kam die F-Serie.  Aus diesen Ebro-Transportern und LKW wurden nach einer großen Überarbeitung Nissan-Modelle. 1983 begann mit dem Nissan Patrol erneut die  Produktion von Personenkraftwagen. Auch Datsun Prairie und Micra wurden in Spanien montiert,  1985 wurde mit der Produktion des Nissan Vanette die Lieferwagenfertigung ausgeweitet.

Heute entstehen in Spanien die Pathfinder-Geländewagen samt der verwandten Navara-Pickups sowie die LKW Cabstar und Atleon. Alles Modelle, die die Eurokrise in Spanien nachhaltig traf. Entsprechend ging das Produktionsvolumen am Standort zurück. Jetzt beschloss der Konzern, am Standort Barcelona ab Juli 2014 ein neues PKW-Modell produzieren, dass in der heiß umkämpften so genannten „Golf-Klasse“ antreten wird. Barcelona erhielt den Zuschlag, nachdem eine Einigung mit der Arbeitnehmervertretung über ein neues wettbewerbsfähiges Angebot des Standorts gefunden wurde.

In die Fertigung des neuen Modells mit einer Jahreskapazität von 80.000 Einheiten investiert Nissan nach eigenen Angaben rund 110 Millionen Euro. Es sollen 1.000 neue Arbeitsplätze im Werk sowie weitere 3.000 indirekte Stellen geschaffen werden, was für die gebeutelte spanische Industrie ein wahrer Segen wäre. Durch diesen Schritt wird außerdem die Produktpalette des Werks aufgefächert, die sich bislang auf leichte Nutzfahrzeuge und 4x4-Modelle konzentrierte. Alles Modelle, deren Nachfrage durch die Wirtschaftskrise beeinträchtigt wurde.

Weitere 14 Millionen Euro investiert Nissan in die zusätzliche jährliche Produktion von 24.000 Einheiten des Navara genannten 1-Tonnen-Pick-up. Zudem werden sechs Millionen Euro in die Getriebeproduktion für die Elektrofahrzeuge Leaf und e-NV200 aufgewendet. Insgesamt sollen sich die Investitionen in den kommenden Jahren damit auf mehr als 130 Millionen Euro belaufen. Hinzu kommen weitere 200 Millionen Euro, die - wie bereits bekannt gegeben - in die Fertigung eines neuen Nutzfahrzeugs am Standort Avila sowie in die Produktion des e-NV200 in Barcelona, des zweiten Nissan Elektroautos, investiert werden.

Mit der Produktion von PKW, 4x4-Fahrzeugen, leichten Nutzfahrzeugen und Elektroautos ist das Werk Barcelona so vielseitig und konkurrenzfähig aufgestellt wie nie zuvor. Damit unterstreicht Nissan die Bedeutung des Standortes, der auch dafür sorgte, dass die Marke in Spanien längst als „heimische“ Marke wahrgenommen wird. (gs)

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