Nicht überall scheint die Bauqualität deutscher Autobahnen top zu sein, wie ein Bericht der Bundesregierung nahelegt (Symbolbild)

©Henning Kaiser/dpa/picture-alliance

Laut Bericht: Bauqualität bei Autobahnen sehr unterschiedlich

Ein neuer Bericht der Bundesregierung wirft Schatten auf die von ihr bisher so gelobten öffentlich-privaten Partnerschaften im Autobahnbau. Nicht bei allen Projekten wurde eine hohe Bauqualität erreicht.

Berlin. Die Bauqualität bei den öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP) im Autobahnbau fällt offenbar sehr unterschiedlich aus. Besonders negativ sticht der Ausbau der Autobahn A 5 zwischen Offenburg und Malsch heraus. „Die Bauqualität wird über die Gewerke hinweg unterschiedlich bewertet, die Funktionstüchtigkeit der Strecke ist gewährleistet“, heißt es verklausuliert im „Bericht der Bundesregierung über ÖPP-Projekte im Betrieb“, der in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. In Anlehnung an die Sprache in Arbeitszeugnissen dürfte das wohl der Schulnote 4 entsprechen – auch wenn ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums auf Nachfrage gegenüber der Verkehrsrundschau betonte, eine Ableitung von Bewertungen im Stil eines Schulnotensystems, das Leistungen vergleiche, sei „nicht sachgerecht“.

Allerdings wird die Bauqualität bei den beiden A 8-Projekten – Ulm-Augsburg und Augsburg-München – uneingeschränkt als „hoch“ bewertet. Als „weitgehend hoch“ stuft die Bundesregierung auch die Bauqualität der A 1 von Bremen bis vor die Tore von Hamburg ein, „insgesamt hoch“ ist sie auf der A 7 zwischen Hamburg und Bordesholm. Mit einem „insgesamt gut“ kommt der Aus- und Neubau der A 4 zwischen Herleshausen und Gotha davon.

Ausbau bei allen Projekten pünktlich abgeschlossen

Rätsel wirft die Bewertung des Ausbaus der A 9 zwischen der Landesgrenze Bayern/Thüringen und der Anschlussstelle Lederhose auf: „Die Bauqualität wird insgesamt als vergleichbar mit konventionellen Baumaßnahmen bewertet“ - es fehlt jedoch jeglicher Hinweis darauf, wie der Bund die Qualität herkömmlich umgesetzter Projekte bewertet. Das A 9-Projekt ist auch das einzige, bei dem die Qualität des Betriebsdienstes nur als „weitgehend vertragskonform“ bewertet wird. Bei den anderen sechs Projekten wird sie ohne Wenn und Aber als „vertragskonform bewertet.“

Hervorgehoben wird, dass bei allen sieben Projekte die Ausbauphase vor dem vereinbarten Termin abgeschlossen werden konnte. Die Spanne reichte von einigen Wochen bis knapp drei Monaten, nur das A 9-Projekt fiel mit lediglich zwei Tagen aus dem Rahmen. (roe)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIKREGION BAYERN.

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