Hellmann hatte von seinen Transportpartnern einen Abschlag von 15 Prozent von der Nettofracht gefordert 

©Hellmann Wordwide Logistics

Hellmann zieht Abschlagforderung zurück

Die Spedition Hellmann hat als Konsequenz aus der Corona-Krise ihre Subunternehmer unter Druck gesetzt und einen Abschlag von 15 Prozent auf die Fracht verlangt. Ein Versehen, hieß es jetzt aus der Zentrale.

München. Hellmann Worldwide hat anlässlich der Corona-Krise Druck auf seine Transportpartner ausgeübt. Laut dem Schreiben mit der Überschrift „Coronavirus: Maßnahmen zur Netzsicherung“, das der VerkehrsRundschau vorliegt, sollten die Subunternehmer 15 Prozent Abschlag von der Nettofracht akzeptieren und könnten sich so als bevorzugter Unternehmer listen lassen. Die Alternative wäre gewesen: Als Standard-Unternehmer für Hellmann tätig zu sein. Das hätte wahrscheinlich bedeutet, dass man die Sendungen bekommen hätte, die nicht von den bevorzugten Unternehmer übernommen worden wären - im Zweifelsfall keine. Das Schreiben ging letzte Woche an die Transportpartner.

Hellmann fordert Supply-Chain-Sicherungszuschlag von 8,5 Prozent (national) und 12,5 Prozent (international)

Zugleich hatte Hellmann an Kunden einen Brief geschickt mit der Überschrift „Coranavirus: Maßnahmen zur Netzsicherung“, der ebenfalls der VerkehrsRundschau vorliegt. Darin fordert Hellmann mit Wirkung vom 23. März unter anderem einen Supply Chain-Sicherungszuschlag für nationales Stückgut, Teil- und Komplettladungen in Höhe von 8,5 Prozent und international einen Abschlag von 12,5 Prozent. Begründet wurde dies mit steigenden Kosten unter anderem aufgrund von Grenzschließungen, enormen Wartezeiten und Leerfahrten und einem höheren Dispositionsaufwand.

Die VerkehrsRundschau hatte Hellmann am Dienstag Morgen, 31. März, mit verschiedenen Fragen zu den beiden Briefen konfrontiert. Unter anderem, wie viele Transportpartner diesen Abschlag bereits akzeptiert hätten. Eine weitere Frage war, ob die Transportpartner den Schritt von Hellmann tatsächlich als „partnerschaftlich“ empfinden („Wir zählen auf Ihrer partnerschaftliche Zusammenarbeit“ hieß es in dem Brief): einerseits mehr Geld von den Kunden fordern, aber andererseits den Transportpartner einen Abschlag nahelegen.

"Das Schreiben ist als gegenstandslos zu betrachten"

Am Dienstag Nachmittag ging dann um 16.00 Uhr die Antwort von Hellmann auf die Fragen der VerkehrsRundschau ein. Darin schreibt Sven Eisfeld, Managing Director Deutschland bei Hellmann Worldwide Logistics: „Bedauerlicherweise ist uns in dieser turbulenten Zeit ein Fehler unterlaufen, indem versehentlich Frachtführer pauschal angeschrieben wurden und eine bevorzugte Zusammenarbeit zu reduzierten Raten angeboten wurde. Für diesen Fehler möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen.“ Hellmann habe umgehend reagiert und befinde sich im engen Austausch mit den betroffenen Frachtführern. „Das Schreiben ist als gegenstandslos zu betrachten“, schreibt Eisfeld.

Weiterhin heißt es in dem Schreiben von Eisfeld, dass Hellmann als Logistikdienstleister darauf angewiesen sei, dass alle Beteiligten ihren Beitrag zur Aufrechterhaltung der Transportketten leisten. „Wir als Unternehmen über unmittelbar angepasste Arbeitsbedingungen, die Einführung umfangreicher Schutzmaßnahmen für unsere Mitarbeiter und die Sicherstellung der operativen Leistungsfähigkeit unserer angebotenen Dienstleistungen“, so der Hellmann-Manager. Die Mitarbeiter von Hellmann würden ihren Beitrag leisten über eine flexible Arbeitsorganisation und unermüdlichen Einsatz. Und auch die Kunden würden sich beteiligen „über temporär angepasste Ratenvereinbarungen für Zusatzaufwände“.

Aber auch die Netzwerkpartner und Frachtführer von Hellmann würden ihren Beitrag leisten. Derzeit gäbe es außergewöhnlich sprunghafte Veränderungen in der Volumen- und Gutstruktur. „Neben der Anpassung unserer Linienverkehre müssen auch lokale Nahverkehrstouren- und gebiete täglich überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Dies wirkt sich auch auf Frachtführer-Vereinbarungen aus“, schreibt Eisfeld. So hätte es in Einzelfällen der Integration eines Dieselfloaters bedurft, wenn dieser bisher nicht vereinbart gewesen sei.

Auf die einzelnen Fragen der VerkehrsRundschau ging Hellmann nicht weiter ein. (cd)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LKW-LANDVERKEHR & STÜCKGUT.

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Lkw-Landverkehr & Stückgut, Markt für Transport, Spedition und Logistik, Hellmann Logistics

  • 01.04.2020

    Ines

    Die kleine Ameise kam jeden Tag ganz früh zur Arbeit und fing sofort an zu arbeiten. Sie war sehr fleißig, schaffte viel und war glücklich dabei. Ihr Chef, ein Löwe, wunderte sich, dass die Ameise ohne Aufsicht so gut arbeitete. Er dachte, wenn sie ohne Aufsicht so viel schaffte, dann könnte sie mit Aufsicht sicher noch viel mehr schaffen. Also stellte er eine Kakerlake, die Erfahrung als Aufseherin hatte, ein. Die Kakerlake richtete als erstes eine Stechuhr ein. Dann brauchte sie eine Sekretärin, die ihr beim Schreiben der Berichte helfen sollte. Sie stellte eine Spinne ein, die für die Archive und die Telefonüberwachung zuständig war.

    Der Löwe war entzückt über die Berichte der Kakerlake und er bat sie, Grafiken mit Produktionsdiagrammen zu erstellen und Tendenzen zu analysieren, damit er diese bei den Besprechungen mit der Geschäftsführung vorlegen konnte. Also kaufte die Kakerlake einen neuen Computer und einen Laserdrucker und stellte eine Fliege ein, welche die Informatikabteilung managen sollte.

    Die Ameise, die einst so produktiv und glücklich war, hasste diese Unmengen von Papieren, die sie jeden Tag ausfüllen musste und die vielen Besprechungen, die sie von der Arbeit abhielten. Der Löwe entschloss, dass es an der Zeit sei, endlich jemand für die Abteilung einzustellen, in der die Ameise arbeitete. Die Wahl fiel auf eine Grille, die als erstes einen neuen Teppich und einen ergonomischen Stuhl für ihr Büro kaufte. Sie brauchte auch einen Computer und einen persönlichen Assistenten, der ihr helfen sollte, das Budget und einen Optimierungsplan zu erstellen. Die Abteilung, in der die Ameise arbeitete, war nun ein trauriger Ort. Niemand lachte mehr, und durch die vielen Kontrollen und Berichte kam kaum jemand zum arbeiten.

    Dem Löwen wurde mitgeteilt, dass laut den Statistiken die Abteilung der Ameise nicht mehr so produktiv war wie früher. Also rief der Löwe die Eule, eine anerkannte Gutachterin, um eine Lösung für das Problem zu finden. Die Eule verbrachte drei Monate in der Abteilung und legte am Ende einen langen Bericht vor. Zusammenfassend meinte die Eule: „Die Abteilung ist überbesetzt!“

    Und wen feuerte der Löwe als erstes? Die Ameise natürlich, weil sie unmotiviert war und eine negative Haltung hatte

  • 01.04.2020

    Iks von Rt

    Ich müsste darüber echt lachen, wenn es sich nicht um eine Frechheit handeln würde.

  • 01.04.2020

    Juche Thomas

    Das mal wieder Typisch für das Gewerbe , in Spitzenzeiten heulen das es keine Frachtführer gibt und Unternehmer die die Ihren Kunden zugesagte Fracht transportieren und in einer vermeidlichen Krise, sofort zu wissen wo man Rückerstattungen bekommt, ich hoffe mal das alle irgendwie aufwachen und diesem Theater ein Ende setzen, habe jahrelang erst bei der Nelke Spedition in Hannover gefahren und dann als die Hellmann übernahme kam dem ganzen lieber den Rücken gekehrt !!

  • 01.04.2020

    Babo

    Es sind nicht die Einzigen. ThyssenKrupp hat es auch getan, Abschlag auf Frachten in Höhe von 10%.

  • 01.04.2020

    Logistiker

    War ja klar, wenn der Schuss nach hinten losgeht, einfach die Corona Karte spielen...turbulente Zeiten, Fehler etc.
    Hier war einfach nur ein Gedanke vorhanden, mehr Kohle vom Kunden und noch weniger als üblich bei Hellmann an die Subunternehmer zahlen.
    Wiederliches Verhalten.

  • 01.04.2020

    S

    Statt auf deutsche Speditionen zu setzen die Qualität bringen werden jetzt ausländische Speditionen eingesetzt um Kosten zu sparen

  • 01.04.2020

    Brendel Klaus

    So verfahren alle Großen Spediteure , ob sie nun Heilmann , Hoyer , Bay , Lanfer , Talke , Bertschi , Gartner , Schenker , Rinnen , Klaeser , Samat oder wie auch immer heißen , da wird sich nie etwas ändern . Das sind und bleiben moderne Sklavenhalter und Ausbeuter . Da unser ehem. Bundesverkehrsminister Wissmann 1994 nichts anderes zu tun hatte , als die vom Staat kontrollierten Frachttarife auszusetzen bzw. abzuschaffen , hat natürlich die Industrie sofort drauf reagiert und damit fing das ganze Dilemma , in dem sich das Speditionsgewerbe heute befindet . Das sich die Großen natürlich an den Kleinen bzw. an den Subunternehmern schadlos halten ist leider heute die Regel und in meinen Augen äußerst bedenklich , Sittenwidrig und Empathielos .

  • 01.04.2020

    Holger Wennemuth, BDBK Hessen

    Typisch. Auch bei anderen "Größen" läuft es nicht anders. Von den Kunden mehr verlangen, und die Transport"partner" im Preis drücken. Keine Spur mehr von verantwortungsbewussten und loyalen Spediteuren. Nur Profit zählt für die heutige Managergeneration. Wann werden sie merken, dass sie sich ihr eigenes Geschäft zerstören? Frachtführern kann man nur raten, sich nicht auf irgendwelche Vereinbarungen mit den Großspediteuren einzulasen...

  • 02.04.2020

    Winny

    Auch wir würden gekündigt, 3 Personen. Unser Chef verlor sein Vertrag an Rumänen. Ja Deutsche Arbeiter sind nur was wert, wenn sie unter den Mindestlohn arbeiten. Halt ein Sklaven Staat geworden.


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