Fahrsicherheit sichtbar machen: TRAVECO setzt auf KI-Dashcams
Mehr Sicherheit im Fuhrpark bieten KI-gestützte Dashcams. TRAVECO hat in nur drei Monaten 350 Lkw vernetzt und Prozesse auf einer Plattform gebündelt.
Telematik zeigt, wo ein Lkw war. Warum der Fahrer plötzlich bremsen musste, zeigt sie nicht. KI-Dashcams liefern diesen Kontext und machen aus Fahrdaten ein Sicherheitsprogramm. Das Schweizer Transport- und Logistikunternehmen TRAVECO blickt auf mehr als 100 Jahre Firmengeschichte zurück und betreibt mehr als 350 Lkw. Bei der Suche nach einem Technologiepartner prüfte Christian Clauss, Bereichsleiter IT- und Digitale Transformation, 14 Anbieter. Ein wichtiger Grund für Samsara war, dass sich Prozesse, die zuvor auf zwei Anwendungen verteilt waren, nun auf einer Plattform bündeln lassen. In weniger als drei Monaten waren 350 Lkw ausgestattet.
Kontext, den Telematik allein nicht liefert
Ablenkung, zu geringer Abstand und Müdigkeit gehören zu den bekannten Unfallursachen, doch im Fuhrparkalltag fallen sie meist erst nach dem Schaden auf. KI-Dashcams werten Video- und Sensordaten aus, nehmen sie ereignisbezogen auf und geben Fahrerinnen und Fahrern sofort einen Hinweis im Fahrerhaus. Jedes Sicherheitsereignis erscheint mit Videosequenz im Dashboard, sodass Sicherheitsverantwortliche gezielt das Gespräch suchen können. Clauss ordnet die Technik so ein: „Aus meiner Sicht sind KI-Dashcams nach Abstandswarnsystem und Notfallbremssystemen zukünftig eines der wichtigsten Elemente in der Verkehrssicherheit, denn die Videos der Kameras bieten einen völlig neuen Kontext.“
Akzeptanz entscheidet über Erfolg
Technik allein trägt ein solches Projekt nicht. TRAVECO band deshalb früh die Menschen ein, die täglich am Steuer sitzen. Eine Projektgruppe mit 25 Personen deckte alle relevanten Bereiche ab.
KI-Dashcams machen aus Telematik echte Verkehrssicherheit
Das Fahrpersonal las zuerst im Mitarbeitermagazin vom Vorhaben, danach folgte in jedem Betrieb eine Informationsveranstaltung mit der Geschäftsleitung, bei der es kritische Fragen stellen konnte. Klar kommuniziert wurde auch, wie die Kameras arbeiten: Sie übertragen nicht dauerhaft, sondern zeichnen nur bei Ereignissen auf, und ein Privatsphärefilter verpixelt Gesichter von Passanten und Kfz-Kennzeichen.
Wer in Deutschland startet, bindet zusätzlich den Betriebsrat von Beginn an ein. Generell gehört auch der Nutzen für das Fahrpersonal zur Kommunikation: Nach einem Unfall kann das Video Fahrer entlasten, die keine Schuld tragen. Nach Samsara-Berechnungen haben Kunden im Geschäftsjahr 2025 mit der Samsara Connected Operations Platform mehr als 250.000 Unfälle verhindert. Die Plattform arbeitet mit bestehenden TMS- und Wartungssystemen zusammen, bietet mehr als 300 vorgefertigte Integrationen und ist 24/7 mehrsprachig im Support erreichbar.