Talfahrt geht weiter: VW verkauft weniger Autos

12.10.2026 14:25 Uhr | Lesezeit: 3 min
Rasterzeichnung des neuen VW Transporters in einer abgedunkelten Halle
VW spürt Druck durch chinesische Konkurrenz
©Foto: Volkswagen Nutzfahrzeuge

Volkswagen hat im dritten Quartal deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Vor allem das schwache China-Geschäft belastet den Konzern, während E-Autos in Europa zulegen.

Volkswagen hat im dritten Quartal 2026 einen deutlichen Rückgang bei den Fahrzeugauslieferungen verzeichnet. Weltweit lieferte der Konzern zwischen Juli und September rund 1,89 Millionen Fahrzeuge aus und damit 14,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang fiel damit deutlich stärker aus als noch zu Jahresbeginn.

In den ersten neun Monaten summierten sich die Auslieferungen auf gut sechs Millionen Fahrzeuge. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Minus von rund 600.000 Fahrzeugen beziehungsweise neun Prozent.

China bleibt größtes Problem für Volkswagen

Hauptursache für die rückläufigen Verkaufszahlen ist weiterhin die Entwicklung auf dem chinesischen Markt. Dort brachen die Auslieferungen im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf rund 406.000 Fahrzeuge ein.

Auch auf Sicht der ersten neun Monate fällt die Bilanz ernüchternd aus: Mit 1,38 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen lag Volkswagen in China mehr als 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Der Konzern leidet dort unter einem schwächeren Gesamtmarkt, intensivem Preiswettbewerb und dem wachsenden Erfolg chinesischer Hersteller, die insbesondere bei Elektrofahrzeugen Marktanteile gewinnen.

Europa wird zum Lichtblick für E-Autos

Positiv entwickelt sich dagegen das Elektrogeschäft in Europa. Nach Unternehmensangaben war in den ersten neun Monaten bereits jedes fünfte ausgelieferte Fahrzeug auf dem Heimatkontinent ein vollelektrisches Modell.

Insgesamt setzte Volkswagen in Europa rund 586.000 batterieelektrische Fahrzeuge ab. Besonders gefragt sind die neuen Einstiegsstromer des Konzerns. Für die Modelle ID. Polo, ID. Cross, Skoda Epiq und Cupra Raval liegen nach Konzernangaben inzwischen fast 150.000 Bestellungen vor.

Zudem stiegen die Auftragseingänge für Elektroautos in Europa im dritten Quartal um mehr als 50 Prozent. Rund 40 Prozent des aktuellen Auftragsbestands entfallen bereits auf reine E-Fahrzeuge.

Weltweit sinken die E-Auto-Auslieferungen

Trotz der positiven Entwicklung in Europa konnte Volkswagen den weltweiten Rückgang bei Elektroautos nicht verhindern. Im dritten Quartal sank die Zahl der ausgelieferten Stromer um 4,7 Prozent auf rund 240.000 Fahrzeuge.

Besonders schwach entwickelte sich das Geschäft in China, wo die E-Auto-Auslieferungen um rund 30 Prozent zurückgingen. In den USA fiel der Rückgang mit mehr als 86 Prozent noch deutlich stärker aus.

Insgesamt lieferte der Konzern von Januar bis September rund 679.000 vollelektrische Fahrzeuge aus und damit 5,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Audi und Porsche mit zweistelligen Rückgängen

Auch die einzelnen Konzernmarken mussten überwiegend Einbußen hinnehmen. Die Kernmarke Volkswagen Pkw kam im dritten Quartal auf rund 946.000 Fahrzeuge, was einem Rückgang von 19,3 Prozent entspricht.

Audi verzeichnete mit knapp 315.000 Fahrzeugen ein Minus von 19,7 Prozent. Porsche lieferte etwas mehr als 56.000 Fahrzeuge aus und verlor rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Stabil präsentierte sich dagegen Skoda, während die Nutzfahrzeugholding Traton, zu der unter anderem MAN und Scania gehören, ihre Verkäufe um 10,5 Prozent auf knapp 79.000 Fahrzeuge steigern konnte.


Nutzfahrzeuggeschäft entwickelt sich robuster

Für die Nutzfahrzeugbranche zeigt sich damit ein anderes Bild als im Pkw-Geschäft. Während viele Pkw-Hersteller unter der schwachen Nachfrage in China leiden, profitieren Nutzfahrzeuganbieter weiterhin von einer vergleichsweise stabilen Nachfrage in wichtigen Märkten.

Volkswagen steht dennoch vor der Herausforderung, seine Position im weltweit größten Automarkt China zurückzugewinnen. Ob die neue Generation lokal entwickelter Elektrofahrzeuge die Trendwende einleiten kann, dürfte zu einer der wichtigsten Fragen für den Konzern in den kommenden Quartalen werden.




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