Im deutschen Stückgutmarkt bahnt sich eine Sensation an. Seit jeher galt die Devise vieler Mittelstandskooperationen „Mein Reich, Dein Reich". Diese Zeiten der „Kleinstaaterei" sind vorbei. Das sagen zumindest einige der Kooperations-Chefs im Expertengepräch, zu der die VerkehrsRundschau geladen hatte .
Ihren Worten zufolge weichen die Grenzen zwischen den Verbünden auf und werden durchlässiger, sprich: Es könnte schon bald „eine Kooperation der Kooperationen" geben. Zu Ende gedacht könnten Mittelständler dann, egal welcher Kooperation sie heute angehören, fallweise über den eigenen Verbund hinaus mit anderen Kooperationen zusammenarbeiten, sofern es Netzsicherheit oder auch Kunden erfordern.
Verlieren die mittelständischen Kooperationen, vor allem ihre Systemzentralen, damit also ihre Daseinsberechtigung? Machen sie sich damit selbst überflüssig? Im Gegenteil: Dieses neue Kooperationsmodell eröffnet für kleine und mittlere Betriebe im Stückgutmarkt höchst interessante Perspektiven. So mussten Kooperationen in den letzten Jahren und verstärkt in diesem Jahr immer wieder um ihre Netzsicherheit bangen, sobald einer ihrer Partnerbetriebe pleiteging, aufgekauft wurde oder zu einem anderem Verbund überlief. Jede dieser Lücken konnte den gesamten Verbund, das gesamte Netz, in Gefahr bringen.
Die jetzt diskutierte „Kooperation der Kooperationen" könnte deshalb die Antwort des Mittelstandes im Stückgutmarkt sein und das Überleben der Netze auch in Zukunft sicherstellen – dem häufig diskutierten Konzerndruck, Preiskampf und der Nachfolgerproblematik zum Trotz.
Eva Hassa, Redakteurin