XPO-Geschäftsführer spricht von Disruption

15.03.2016 15:55 Uhr
Bradley JAcobs XPO
Bradley Jacobs, Vorsitzender und Geschäftsführer von XPO Logistics: Start Ups brauchen Partner wie XPO
© Foto: XPO

Bradley Jacobs sieht kurzfristig keine Gefahr durch die Start-up-Unternehmen, die auf den Logistik-Markt drängen, auf lange Sicht werde die Branche aber durch neue Technologien umgekrempelt.

Greenwich. Bradley Jacobs, Vorsitzender und Geschäftsführer von XPO Logistics, glaubt nicht an eine kurzfristige große Bedrohung durch Start-ups aus dem amerikanischen Silicon Valley, die den Fracht- und Logistiksektor ins Visier nehmen, berichtet die Londoner Lloyd's Loading List. Allerdings besteht laut Jacobs langfristig die Gefahr, dass es aufgrund bedeutender Technologiefortschritte zur Disruption des gesamten Logistiksektors kommt.

Es wird spekuliert, dass technologieorientierte Unternehmen wie Amazon und Neueinsteiger, die durch große Kapitalbeteiligungsfirmen gedeckt werden, Marktanteile im Logistikbereich von etablierten Logistikern übernehmen werden. Ihr Vorteil könnte im Bereich reibungsfreier Internetangebote und -prozesse, sofortiger Kostenvoranschläge für Frachtraten, gestraffter Buchungsabwicklung und Frachtverfolgung in Echtzeit liegen.

Jacobs sagte kürzlich bei der Präsentation der jährlichen Unternehmensergebnisse, dass XPO jährlich rund 400 Millionen US-Dollar (rund 370 Millionen Euro) in Technologie investiert. Zudem beschäftigt das Unternehmen 1100 Beschäftigte allein im IT-Bereich, um beim Technologiefortschritt auf dem neusten Stand zu bleiben. „Im Silicon Valley existieren eine Menge Start-ups – meist im Bereich Lkw-Vermittlung, aber auch in anderen Industriebereichen. Bisher hat keines an großer Zugkraft gewonnen, obwohl einige schon länger existieren und sogar einiges Kapital angezogen haben.

„Die Start-ups stecken in einer Zwickmühle, da sie ohne ein Netzwerk oder Kapazität oder Fracht nicht florieren können. Viele besitzen Technologie und eine Idee, doch sie bewegen sich nicht von der Stelle. Daher benötigen sie Partner wie XPO.” Jacobs fügte an: „Bisher haben wir noch niemanden gesehen, der etwas Neues oder Besseres bietet, als wir. Daher glauben wir momentan nicht an eine große Bedrohung der Branche. Allerdings wird durch die nächste Welle von technologieorientierten Start-ups langfristig die Gefahr des Zerreißens der Logistikindustrie aufkommen.“

Laut Jacobs ist XPO bei einem erwarteten jährlichen zusammengesetzten weltweiten Wachstum des E-Commerce-Bereichs von 18 bis 21 Prozent bis 2018 gut positioniert, um die Serviceleistungen für die „letzte Meile“ in Nordamerika und die E-Fulfillment-Plattform in Europa auszuweiten. (rup)

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