Kuala Lumpur/Manila. Die Zahl der Piratenüberfälle weltweit ist in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich gesunken. Das berichtete die Piratenmeldestelle des Maritim-Büros der Internationalen Handelskammer (IMB) in Kuala Lumpur am Mittwoch. Piraten überfielen von Januar bis März im Golf 67 Schiffe, verglichen mit 102 im selben Zeitraum des vergangenen Jahres. 194 Seeleute wurden festgehalten. Vor Somalia blieb die Lage schwierig: in den Küstengewässern wurden 18 Schiffe überfallen, so viele wie in keiner anderen Region. Im vergangenen Jahr waren es dort 20. Insgesamt gehen auf das Konto somalischer Piraten vor der Küste, im Golf von Aden und im Roten und Arabischen Meer 35 Attacken, verglichen mit 61 im vergangenen Jahr. „Die weit verstreuten Überfallorte zeigen, dass die somalischen Piraten sich weiter fort bewegen und ihre Fähigkeiten ausbauen“, sagte IMB-Direktor Pottengal Mukundan. 2009 gab es so viele Piratenüberfälle wie seit sechs Jahren nicht mehr: insgesamt 406. Indes wurde bekannt, dass somalische Piraten am Mittwoch wieder zugeschlagen haben: Dieses Mal traf es einen in Panama registrierten Frachter aus Liberia mit 21 philippinischen Seeleuten an Bord, berichtete das Außenministerium in Manila. Die "Voc Daisy" sei am Morgen rund 300 Kilometer südöstlich von Salalah gekapert worden. Insgesamt sind nach diesen Angaben zur Zeit auf fünf überfallenen Schiffen 45 philippinische Seeleute in der Gewalt von Piraten. Rund ein Fünftel der Besatzungen von Frachtern Tankern, Fischkuttern und Kreuzfahrtschiffen weltweit kommen aus den Philippinen: rund 350.000 Mann. (dpa)
Weltweit weniger Piratenüberfälle
Somalia bleibt Krisengebiet / Derzeit insgesamt 45 philippinische Seeleute in Gewalt von Piraten / Neuer Angriff auf Frachter