Weitere Abbestellung für Super-Frachter Airbus A380F

08.11.2006 14:10 Uhr
A380 172
FedEx will A380-Frachter nicht mehr (Foto: ddp)

Wegen der Lieferverzögerungen beim A380 hat ein weiterer Kunde, FedEx, seine Bestellungen für das Riesenflugzeug zurückgezogen.

New York/Toulouse. Der amerikanische Logistikkonzern FedEx stornierte am Dienstag seinen Auftrag von zehn Airbus-Frachtflugzeugen des Typs A380. Stattdessen würden beim US-Konkurrenzkonzern Boeing 15 Flugzeuge des Frachtmodells 777 F bestellt sowie Optionen auf 15 weitere Maschinen des Typs eingegangen, teilte FedEx Express in Memphis mit. Zuvor hatte bereits Emirates die Bestellung zweier A380-Frachter storniert. Die Abbestellung der Airbus-Riesenflugzeuge begründete FedEx mit der Verzögerung bei der Auslieferung. Durch Produktionsprobleme beim A380 ist Airbus in eine tiefe Krise gestürzt. Wegen der Milliardenbelastungen wird ein drastisches Sparprogramm angeschoben. Große Fluggesellschaften kündigten Schadenersatzforderungen an. Der wichtigste A380-Kunde Emirates verhandelt bereits mit Boeing über den Kauf des Konkurrenzmodells 747-8, bekräftigte aber zugleich sein Interesse an insgesamt 45 A380-Maschinen. FedEx hatte im Januar 2001 zehn A380F-Maschinen fest bestellt und sich Optionen auf zehn weitere Frachtflugzeuge des Typs gesichert. Der US-Konzern beteuerte, trotz der Pannen beim A380 auch künftig mit Airbus zusammenarbeiten zu wollen. Im kommenden Jahr würden sechs A300-600 an FedEx ausgeliefert, hieß es. Nach der Abbestellung verfügt Airbus nunmehr noch über 157 A380-Order. Um mit dem Programm Geld zu verdienen, sind aber mindestens 420 Bestellungen notwendig. FedEx ist im Frachtbereich einer der wichtigsten Kunden des europäischen Flugzeugbauers. Airbus bedauerte die Stornierung, zeigte sich aber vom Erfolg der A380 Frachtversion überzeugt. Boeing hatte die 777F als weitere Version des erfolgreichen 777-Passagierflugzeuges im Herbst 2004 auf den Markt gebracht. Die ersten 777-Frachter sollen 2008 in den Liniendienst gehen. Nach Angaben von Boeing kann die 777F maximal 103,9 Tonnen Fracht zuladen. Sie löst vor allem auch ältere 747-200 und MD-11-Frachter ab. Bei den Bestellungen für Frachtflugzeuge konnte der amerikanische Hersteller in den vergangenen Monaten mehrere Erfolge gegenüber Airbus verbuchen. So unterzeichneten diverse Gesellschaften Aufträge für den neuen 747-8-Frachter. Dieser Jet ist noch größer als die zweistrahlige 777 und kann 140 Tonnen Fracht zuladen.

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