Essen. Die Briefmarken sollen am 29. September erstmals ausgegeben werden, sagte Ralf Gretenkord, Geschäftsführer der Westdeutschen Post Service GmbH (WPS), am Mittwoch in Essen. In einem ersten Schritt sollen 25 Kästen vor WPS-Depots und WAZ-Geschäftsstellen aufgestellt werden. Sie dürfen ausschließlich mit Briefen, die mit WPS-Marken beklebt wurden, befüllt werden. Mussten WPS-Kunden früher täglich für eine kostenlose Abholung mindestens 40 Sendungen aufgeben, soll ab Herbst die Beförderung innerhalb des Ruhrgebiets mit Hilfe der Kästen für jedermann zugänglich sein. Die Briefmarken mit Markenwerten von 53 bis 220 Cent können zunächst über das Internet bestellt werden. Schon bald sollen sie dann auch in WAZ-Geschäftsstellen, Kiosken und Lottoannahmestellen zu kaufen sein. Hauptzielgruppe des WPS blieben Unternehmen, die sich die in den Preisen enthaltene Mehrwertsteuer vom Finanzamt erstatten lassen könnten, sagte Gretenkord. Für die Motive der sechs Marken wurden Stadtverwaltungen im Ruhrgebiet um Vorschläge gebeten. Auf den Marken sind nun etwa das Stadtwappen von Dortmund, der Tetraeder von Bottrop und das Essener Logo für die Kulturhauptstadt 2010 zu sehen. Der Konkurrent der Deutschen Post AG ist nach eigenen Angaben der größte private Postanbieter im Ruhrgebiet und bundesweit unter den fünf größten privaten Unternehmen der Branche zu finden. Briefmarken und Briefkästen privater Postdienste gibt es bereits in mehreren deutschen Städten wie etwa Berlin oder Würzburg. Das seit Anfang 2001 tätige Unternehmen beschäftigt derzeit rund 850 Menschen und will in diesem Jahr insgesamt 40 Millionen Briefe versenden. Für 2006 ist weiteres Wachstum im zweistelligen Prozentbereich geplant. Zu Umsatz und Gewinn macht das Unternehmen keine Angaben. Das Zustellgebiet reicht von Hagen und Unna bis nach Duisburg. Demnächst sollen Moers und Hattingen hinzukommen. In anderen Städten wie etwa Düsseldorf arbeitet der WPS mit anderen privaten Postdiensten zusammen.
WAZ-Posttochter: Eigene Briefkästen und Briefmarken
Der private Postdienst der WAZ-Mediengruppe WPS öffnet sich für eine breitere Kundenschicht, gibt von Ende September an sechs eigene Briefmarken heraus und stellt blaue Briefkästen auf.