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Warnstreik behindert Bahnverkehr und verärgert Reisende

Die Lokführer streikten zum zweiten Mal in einer Woche
© Foto: ddp

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche mussten sich Bahnreisende in Geduld wappnen: Ein Warnstreik der Lokführer behinderte für viele am Freitag den Start ins Wochenende.


Datum:
25.02.2011
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Hamburg/Kiel. Lange Warteschlangen bildeten sich vor dem Reisecenter am Hamburger Hauptbahnhof, wo verärgerte Reisende ihre Fahrkarten umtauschen oder ihrem Unmut Luft machen wollten. Als "Geiselnahme der Kunden" bezeichnete ein Reisender den Warnstreik, der große Teile des Bahnverkehrs in Norddeutschland lahmlegte: Drei Stunden standen die Züge im Nah-, Regional- und Fernverkehr still, fuhren nur eingeschränkt oder mussten durch Busse ersetzt werden. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), die zu dem Warnstreik ab 8.30 Uhr aufgerufen hatte, sprach von einem großen Erfolg.

"Wir haben ein deutliches Zeichen gesetzt und gesehen, dass die Lokführer wie eine Wand hinter uns stehen", sagte Lutz Schreiber, Bezirksvorsitzender der GDL-Nord. Es sei "eindrucksvoll", wie groß die Zustimmung von den Mitgliedern der Gewerkschaft sei. Nun gelte es, die Forderungen eines Flächentarifvertrags durchzusetzen, zur Not auch mit weiteren Streiks. "Wir müssen unsere Mittel nutzen", sagte Schreiber. Den Kunden wolle man dabei nicht schaden.

Die GDL hatte die Aktion deshalb schon am Donnerstagabend angekündigt und bewusst erst um 8.30 Uhr begonnen, um nicht wieder die Pendler zu treffen, die schon unter dem letzten Warnstreik am Dienstag zu leiden hatten.

Die Deutsche Bahn und ihre norddeutschen Konkurrenzunternehmen konnten die Ausfälle auf ihren Strecken unterschiedlich gut wettmachen. Während sich die Züge der Deutschen Bahn auf unbestimmte Zeit verspäteten oder ganz ausfielen, konnte sie bei der Hamburger S-Bahn einen 20-Minuten-Takt halten. Die Züge der Nord-Ostsee-Bahn (NOB), die den Norden Schleswig-Holsteins bedienen, fielen komplett aus. Auch beim nach Cuxhaven, Bremen und Hannover verkehrenden Metronom mussten 80 bis 90 Prozent der Fahrten ausfallen, wie ein Unternehmenssprecher sagte.

Das Eisenbahnunternehmen AKN, das den Süden Schleswig-Holsteins bedient, konnte die Ausfälle dagegen gut kompensieren, indem nicht in der GDL organisierte Lokführer die betroffenen Strecken befuhren. "Wir hatten praktisch keine Ausfälle", sagte Pressesprecher Jörg Minga. Durch die vielen Ausfälle würden sich die Zustände erst zum Abend normalisieren, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. (dpa)

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