Wackelt die Harmonisierungszusage?

17.06.2010 09:23 Uhr
Mautabrechnung in Tschechien und der Slowakei per UTA-Maut-Service
Das Transportgewerbe in Aufruhr: Offenbar sind 450 Millionen Euro der Maut-Ausgleichgelder in Gefahr
© Foto: ddp/ Norbert Millauer

Die Beihilfen für das Transportgewerbe könnten dem Sparkurs der Regierung zum Opfer fallen

Berlin. Im Bundesverkehrsministerium gibt es offenbar Überlegungen, die mit Jahresbeginn 2009 an das Güterkraftverkehrsgewerbe eingelöste Harmonisierungszusage zur Minderung von Wettbewerbsnachteilen zu reduzieren oder abzuschaffen. Dies war nach einem Gespräch der Verkehrs- und Industrieverbände mit Staatssekretär Rainer Bomba zu hören.

Bomba hatte  die Verbandsvertreter zu einem Treffen gebeten, bei dem es laut Einladungsschreiben um die  "Weiterentwicklung der LKW-Maut" gehen sollte. Während des rund zweistündigen Gesprächs gewannen die Verbandsvertreter den Eindruck, die Harmonisierungszusage stehe aufgrund der Sparmaßnahmen der Bundesregierung zur Disposition. Es geht um das Förderprogramm von 450 Millionen Euro jährlich. Damit sollen die Anschaffung emissionsarmer schwerer LKW, die Sicherheit und die Umwelt sowie Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten gefördert werden.

Immer wieder gibt es Klagen des Gewerbes, die Gelder würden trotz korrekter Anträge sowie positiver Vorbescheide nur äußerst schleppend ausbezahlt. So ist die Rede davon, dass im vergangenen Jahr Anträge im Gesamtwert von 110 Millionen Euro noch nicht beschieden worden seien. Die zuständige Bundesanstalt für Güterverkehr wiederum moniert, zahlreiche Anträge seien unvollständig. Deshalb könnten die Mittel nicht vollständig abgerufen werden. Während des Gesprächs habe Bomba davon gesprochen, die Mittel aus der Harmonisierungszusage könnten ab 2011 gekürzt werden. Festgelegt habe sich der Staatssekretär aber nicht.

Nach dem Gespräch kündigten Verbandsvertreter "äußersten Widerstand" gegen mögliche Kürzungen an. Teilnehmer des Treffens waren unter anderem der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), den Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL), der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV), der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) sowie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Verband der Automobilindustrie (VDA). (jök)   

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.