Verdi erhöht Druck auf Deutsche Post

16.04.2008 16:11 Uhr
Verdi 290
Verdi droht mir Dauerstreik (Bild: ddp)

Die Gewerkschaft hat die Auslieferung von Millionen Briefen und Paketen verhindert, am Donnerstag beginnt die nächste Verhandlungsrunde

Bonn. Leere Briefkästen in Deutschland: Mit einem massiven Warnstreik hat die Gewerkschaft Verdi heute nach eigenen Angaben bundesweit die Auslieferung von Millionen Briefen und Paketen verhindert. Allein im Südwesten seien rund 3,5 Millionen Briefe und 350.000 Pakete nicht zugestellt worden, hieß es. Die Post sprach von begrenzten Auswirkungen. Einen Tag vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde am Donnerstag in Düsseldorf drohte die Gewerkschaft mit einem Dauerstreik, sollte es in den kommenden Tagen zu keiner Einigung kommen. In zahlreichen Regionen konnten heute Briefe und Pakete nicht zugestellt werden, weil in der Nacht und am Vortag Beschäftigte in Verteilerzentren die Arbeit niedergelegt hatten, berichtete Verdi. Sie wollten ihrer Forderung nach sieben Prozent mehr Geld Nachdruck verleihen. Wegen Arbeitsniederlegungen von Postbeschäftigten am Frankfurter Flughafen seien auch dort viele Briefe liegengeblieben. Fast die gesamte Auslandspost werde die Empfänger erst mit mindestens einem Tag Verspätung erreichen, berichtete die Gewerkschaft. Dabei handele es sich um rund 5000 Pakete und eine Million Briefe. Nach Angaben von Post-Sprecher Uwe Bensien in Bonn hielten sich die Auswirkungen der Arbeitsniederlegungen in Deutschland dagegen in Grenzen. „Drei von vier Briefen und die Hälfte aller Pakete konnten zugestellt werden.“ Der Rest werde spätestens an diesem Donnerstag ausgeliefert. In Berlin gab es laut einer Postsprecherin Behinderungen. Verspätungen könne es jedoch bei der Zustellung vor allem von Paketen geben. In einigen Regionen hatte sich die Post nach eigenen Angaben mit Aushilfen auf den Arbeitskampf eingestellt. An diesem Donnerstag treffen sich die Tarifparteien in Düsseldorf zu erneuten Verhandlungen, die auf zwei Tage angesetzt sind. Das sei der letzte Termin, um im Tarifstreit eine Lösung am Verhandlungstisch zu finden, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Wenn es diesmal keine Einigung gebe, werde es einen unbefristeten Streik geben. Die Arbeitgeberseite sei weiter zu einer Lösung am Verhandlungstisch bereit, sagte Bensien. Die Gewerkschaft fordert für die 130.000 Tarifbeschäftigten eine lineare Anhebung des Entgelts um sieben Prozent für zwölf Monate bis Ende April 2009. Daneben will sie einen neuen Vertrag, der auch weiterhin betriebsbedingte Kündigungen für die Tarifbeschäftigten bis zum 30. Juni 2011 ausschließt und eine Verkürzung der Arbeitszeit. In bislang drei Verhandlungsrunden hatten sich die Tarifpartner nicht einigen können. (dpa)

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