Verbände begrüßen Ergebnisse der Maritimen Konferenz

05.12.2006 14:51 Uhr

Deutsche Seehäfen erwarten mehr Einsatz der Bundespolitik für maritime Belange

Hamburg. Die Ergebnisse der 5. Nationalen Maritimen Konferenz in Hamburg haben bei den Wirtschaftsverbänden der Branche ein positives Echo gefunden. Die Seehäfen seien „sehr zufrieden“, teilte der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) am Dienstag in Hamburg mit. Die deutschen Reeder kämen mit „großem Optimismus“ von der Konferenz zurück, hieß es beim Verband Deutscher Reeder (VDR). Auch die Werften seien zuversichtlich, dass ihre Anliegen in der Regierungspolitik wieder mehr Beachtung finden werden, erklärte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM). Die neue Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Dagmar Wöhrl (CSU), habe bei der Konferenz am Vortag einen guten Start gehabt. Der Bund habe zugesichert, seine geplanten Investitionen für die Anbindung der deutschen Seehäfen von 5,1 Milliarden Euro möglichst schnell zu realisieren, stellte der ZDS fest. Das betrifft den vor einigen Wochen verabschiedeten Investitionsrahmenplan des Bundes bis 2010, für den nun entsprechende Haushaltsmittel bereitgestellt werden müssen. Bis 2012 werden zudem die Küstenländer 4,3 Milliarden Euro für die Hafen-Infrastruktur und die Hafenbetriebe 3,2 Milliarden Euro in den Ausbau der Terminals investieren, so dass insgesamt 12,6 Milliarden Euro in den kommenden sechs Jahren zu Gunsten der Häfen fließen. Die Seehäfen wollen neue Arbeitsplätze schaffen und unter anderem 2000 Langzeit-Arbeitslose in den Arbeitsmarkt integrieren. In der Schifffahrt sind nach Angaben der Reeder in den vergangenen Jahren bereits 5000 neue Arbeitsplätze entstanden, was auf die richtigen politischen Rahmenbedingungen zurückzuführen sei. Die Reeder seien bereit, die Handelsflotte unter deutscher Flagge bis 2008 um 100 auf 500 Schiffe zu vergrößern und um weitere 100 Schiffe bis 2010, falls die wirtschaftlichen Bedingungen das zulassen. Hauptsorge der Reeder ist die Knappheit an qualifiziertem seemännischem Nachwuchs. Mit einem Bündel verschiedener Maßnahmen und zusätzlichen Millionen von der Wirtschaft soll gegengesteuert werden. Die Vorschrift, dass auf Schiffen mit deutscher Flagge ein deutscher Kapitän fahren muss, soll eventuell für einige Jahre flexibler angewendet werden. Auch für die Werften stand wegen des Mangels an Schiffbau-Ingenieuren das Thema Ausbildung im Vordergrund. Mit den Bundesländern werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um die Zahl der Absolventen in den einschlägigen Studiengängen zu verdoppeln, hieß es beim VSM. Auch das maritime Bündnis für Wettbewerb und Beschäftigung, das sich in den vergangenen Monaten etwas zäh entwickelte, sei weiter vorangekommen. So sei unter anderem ein Beschäftigungspool der Werften geplant, um Schwankungen in der Beschäftigung zwischen den Betrieben auszugleichen. (dpa/sb)

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