Köln. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert Bund und Länder nach der Präsentation zweier Gutachten erneut auf, die Versuche mit 25-Meter-Zügen zu stoppen. „Die Verkehrspolitik begibt sich auf den Holzweg, wenn die Ausnahmegenehmigungen mit den sogenannten Gigalinern nicht beendet werden und am Ende gar der Regelbetrieb dieser Fahrzeuge droht“, erklärte Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr des VDV. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) habe in ihrer Studie neben Sicherheitsaspekten den Blick vor allem auf enorme Folgekosten gerichtet, die durch den stärkeren Verschleiß von Brückenbauwerken und die Nachrüstung an Straßen und in Tunneln entstünden. Dies teilte der VDV heute in einer Pressemitteilung mit. So heißt es in der Zusammenfassung der BASt-Studie unter anderem auf bestimmte Brückenklassen bezogen: „Unter Beachtung des Bauwerkszustandes wären diese Brücken gegebenfalls zu verstärken beziehungsweise zu ersetzen.“ Konkret bedeutet dies einen höheren Finanzierungsbedarf, dessen Mittel in anderen Bereichen des Verkehrswesens dann fehlten. „Während die Fahrzeugindustrie und einzelne Transportunternehmen mit Gigalinern ihr Geschäft machen können, zahlt die Gesellschaft die Zeche“, so Henke. K+P Transport Consultants habe laut der Mitteilung errechnet, dass etwa ein Drittel der untersuchten Schienentransporte im Kombinierten Verkehr von der Schiene auf die Straße verlagert würden, wenn 25-Meter-Züge in Deutschland eingesetzt würden. Dies habe Folgen für die Wirtschaftlichkeit der weiteren Kombinierten Verkehre und der Umschlagterminals. (tz)
VDV: Gegen Einsatz von 25-Meter-Zügen
Gutachten zum Einsatz von 25-Meter-Zügen vorgelegt: Verband Deutscher Verkehrsunternehmen fordert ein Ende der Ausnahmegenehmigungen