VDA-Chef: Konsolidierung der Zulieferindustrie geht weiter

31.10.2006 16:09 Uhr

Laut VDA-Chef Gottschalk sei die Branche stark segmentiert und eine Großzahl mittelständischer Unternehmen spiele eine wichtige Rolle

Stuttgart. In der Auto-Zulieferindustrie wird nach den Worten des Präsidenten des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, der Konsolidierungsprozess weiter gehen. Die Branche sei stark segmentiert, in ihr spiele eine Großzahl mittelständischer Unternehmen eine wichtige Rolle, sagte Gottschalk am Dienstag in Stuttgart auf dem Zuliefertag Automobil. Eine neue Qualität sei auch dadurch entstanden, dass sich Beteiligungsgesellschaften sehr stark in den Restrukturierungsprozess einschalten, sagte der VDA-Präsident. Dies werde zu Veränderungen führen, nicht unbedingt zu einer Entprofessionalisierung der Branche, fügte Gottschalk hinzu. Die neuen Anteilseigner verfügten neben Kapital- und Renditehunger durchaus über beachtliche personelle Kompetenzen aus der Industrie. Gottschalk sagte: „Dennoch werden wir der Rolle solcher Fonds größere Aufmerksamkeit schenken müssen“. Je stärker sie bei mittelständischen Unternehmen eingriffen, desto stärker könnten sich typische Kompetenzen und Merkmale, wie eben auch die Verbundenheit zur Region, relativieren. Insgesamt wird die Umstrukturierung nach Auffassung von Gottschalk aber nicht das von einigen Beobachtern erwartete Ausmaß erreichen. Für Baden-Württemberg und für die Bundesrepublik werde gelten: „Die mittelständische Struktur der Zulieferindustrie bleibt auch zukünftig erhalten.“ Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister sagte: „Bei aller Globalität der Branche ist die enge Zusammenarbeit immer noch das Kennzeichen und ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Automobilzulieferer im Südwesten“. Die Gesamtbilanz des Fahrzeugbaus in Baden-Württemberg nannte er in den vergangenen eineinhalb Jahren durchwachsen. Im Jahr 2005 sei der Umsatz um fünf Milliarden auf 73,9 Milliarden Euro gestiegen. Damit stelle der baden- württembergische Fahrzeugbau einen Anteil von mehr als 28 Prozent am Gesamtumsatz des produzierenden Gewerbes in Baden-Württemberg. Als problematisch bezeichnete der Minister die Beschäftigungsbilanz der Branche im Südweststaat. So seien nach einer Steigerung in den ersten drei Quartalen 2005 im letzten Quartal des vergangenen Jahres bereits 5600 Stellen abgebaut worden. Im August 2006 habe die Beschäftigtenzahl mit 236.000 noch einmal um 4000 niedriger gelegen als zum Jahresanfang. Rechne man in Baden-Württemberg alle direkt und indirekt vom Fahrzeugbau abhängigen Arbeitsplätze zusammen, so komme man auf schätzungsweise 430.000 Arbeitsplätze. (dpa/tz)

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