Der Verband der kleinen und mittleren Transportunternehmen in Frankreich, Unostra, glaubt nicht mehr daran, dass es irgendwann doch noch zu einer Harmonisierung der arbeits-, steuerrechtlichen und technischen Rahmenbedingungen im EU-Straßentransportgewerbe kommt. Dies machte sein Vorsitzender, Daniel Chevallier, beim diesjährigen Kongress de Verbandes in Versailles deutlich, wie das Fachmagazin L`officiel des Transporteurs berichtete. Damit die französischen Spediteure wieder mit gleichen Waffen am Markt antreten könnten, um diesen nicht einfach Konkurrenten wie Willi Betz zu überlassen, forderte Chevallier statt dessen kompensatorische Hilfen für die Branche im Rahmen eines dafür zu schaffenden europäischen Ausgleichs- und Entwicklungsfonds. Hiermit könnten und sollten die eklatanten Unterschiede im Bereich des jeweiligen nationalen Betriebskostenniveaus eingeebnet werden. Finanziert werden könnte der Fonds durch Abgaben der Unternehmen in jenen Gemeinschaftsländern, die das niedrigste Kostenniveau aufwiesen. Das hätte zudem den Vorteil, dass jedes Land weiterhin seine eigene Arbeits- und Steuerpolitik betreiben könne. Die Verbandsspitze trat ferner für eine "Revitalisierung des Bahnfrachtangebots und insbesondere des Kombitransports" ein, fand damit bei den Delegierten aber nur geringes Gehör. Einhellig war dagegen der Ruf nach Anpassung der französischen Gesetze an die ausländische Konkurrenz, die Nutzlasten bis zu 44 Tonnen fahren dürfe, während in Frankreich das Limit immer noch bei 40 Tonnen liegt. (vr/jb)
Unostra hat keine Hoffnung mehr auf EU-Harmonisierung
Ausgleichs- und Entwicklungsfonds für Spediteure gefordert