München. Ein Hauch Abenteuerlust gewürzt mit einer Prise Fernweh – im Ausland studieren oder arbeiten ist für viele junge Leute eine Herausforderung, die sie mit Begeisterung angehen. Positiver Nebeneffekt: Ein Auslandsaufenthalt kann die Karriere voranbringen. Immer mehr Unternehmen agieren global. Mitarbeiter, die fremde Kulturen und Denkansätze kennen und schätzen, sind gefragt.
Viele Firmen schicken deshalb ihre Mitarbeiter bereits während der Ausbildung ins Ausland. Wie Hermes seine Trainees. Vier Wochen arbeitete Katrin Petters, Projektmanagerin bei der Hermes Logistik Gruppe Deutschland, in der UK-Zentrale in Leeds. Und war begeistert: „Ich habe viel von den Kollegen gelernt, den Arbeitsalltag und das Leben in einer englischen Großstadt miterlebt, vielfältige Kontakte geknüpft und eine Menge gesehen.“ Auch in punkto Karriere hat sie von dem Einsatz profitiert, davon ist Katrin Petters überzeugt. Schließlich hat sie ihre Sprachkenntnisse ausgebaut, gelernt, wie der englische Markt in der KEP-Branche tickt und welche Ansprüche die Kunden haben. „Das hat meinen Horizont definitiv erweitert.“
Engagement und Initiative
Für viele Hochschulabsolventen, die sich für eine Traineestelle bei Hermes bewerben, ist der Auslandsaufenthalt einer der Höhepunkte des Programms, sagt Inga von Nolcken, Referentin Personalmarketing. „Von einer reinen Pflichtaufgabe kann keine Rede sein.“ Gerade bei international ausgerichteten Positionen ebenso wie beim Traineeprogramm haben Bewerber mit Auslandserfahrung einen Vorteil. Engagement und Initiative, aber auch Anpassungsfähigkeit und Flexibilität würden die Bewerber beweisen – und damit über Soft Skills verfügen, die für ein Unternehmen wie Hermes überaus wichtig sind. Schließlich ist der Dienstleister in über 20 Ländern der Welt aktiv. Tendenz steigend.
Mehr Verantwortung
Übrigens: Ob in China, Brasilien oder aber Russland das Einleben besonders leicht- oder schwerfällt, lässt sich laut Inga von Nolcken nicht pauschal sagen. „Das hängt immer von den jeweiligen Mitarbeitern, deren Erfahrungen und Einstellungen sowie den individuellen Gegebenheiten vor Ort ab.“
Douglas arbeitet in der Regel im Ausland mit Leuten aus dem jeweiligen Land. Trotzdem kommt es vor, dass Mitarbeiter in andere Märkte entsendet werden. Herausforderung sei für sie unter anderem, in einem Land tätig zu sein, in dem Douglas noch nicht so bekannt ist wie in Deutschland. „Die Bereicherung ist hierbei vor allem in der Übernahme von mehr Verantwortung und unternehmerischen Gestaltungsmöglichkeiten zu sehen“, so Frank Lobert, Senior Manager Personal bei der Parfümerie Douglas GmbH.
Bis zu sechs Jahre im Ausland
BASF hingegen schickt regelmäßig Personal ins Ausland. Derzeit sind rund 1600 Mitarbeiter international in einem Transfereinsatz tätig. Je nach Intention des Auslandsaufenthaltes kann dieser zwischen drei Monaten und sechs Jahren dauern. Bereits vor der Ausreise, aber auch während des Einsatzes, werden Mitarbeiter und deren Familie betreut, erklärt Honorata Doba, Pressesprecherin bei der BASF. Sie erhalten unter anderem Sprachkurse, interkulturelle Trainings und die Beratung in organisatorischen Fragen. Bei einem sogenannten „Look and See Trip“ können im Vorfeld neben der neuen Stadt – falls notwendig – auch Kindergärten oder Schulen besichtigt werden. Zudem erhalten die Delegierten ein Heimreisebudget, damit sie und ihre Familien Freunde und Verwandte besuchen können. So fällt auch die Rückkehr leichter ... (ts)