Umweltschützer lehnen Elbvertiefung weiter ab

13.08.2009 16:09 Uhr
Elbe
Die Bagger dürfen vorerst nicht ausrücken
© Foto: Arndt

BUND fordert ein grenzüberschreitendes, europäisches Hafenkonzept: Tiefensee und Gedaschko haben sich blamiert

Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will die Vertiefung der Unterelbe uneingeschränkt weiter ablehnen. Nach der von Bundesregierung und Hamburg angekündigten Verzögerung des Planverfahrens solle das Projekt nun wohl stückweise gegen Bürgerinteressen durchgesetzt werden, sagte der BUND-Chef Hubert Weiger heute in Berlin. Mit einer Vertiefung des Hafens würden riesige Hochwassermengen in die Elbe gedrückt. Nötig seien jetzt ein europäisches Hafen-Gesamtkonzept und ein wesentlich verbesserter Hochwasserschutz an der Elbe sowie an anderen deutschen Flüssen, sagte Weiger. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der Hamburger Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) hatten am Mittwoch Verzögerungen im Planungsverfahren bis in den Herbst 2010 hinein bekanntgegeben. Dabei hatten sie mögliche Beeinträchtigungen für den Naturschutz nach der europäischen „Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie“ durch die Elbvertiefung eingeräumt. Für die geplante Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe bedürfe es deshalb jetzt eines Ausnahmeverfahrens, bei dem erneut die Öffentlichkeit und eventuell auch die EU-Kommission beteiligt werden müssten. „Der Ausbau der seewärtigen Zufahrten ist für uns eine Aufgabe von nationaler Bedeutung“, betonte der Tiefensee. Gedaschko sagte: „Die Umsetzung der Fahrrinnenanpassung muss schnellstmöglich im Interesse aller im Hafen Arbeitenden erreicht werden.“ Diese Erklärungen seien „ein deutliches und überfälliges Eingeständnis, dass die bislang vorlegten Planunterlagen schwerwiegende Fehler und Mängel aufweisen“, erwiderte Weiger. „Der BUND und weitere Verbände und Behörden hatten bereits vor mehr als zwei Jahren den Planern vorgeworfen, den ökologischen Eingriff in die Tideelbe systematisch herunter zu spielen, um die Befassung der Kommission in Brüssel zu vermeiden.“ Das Einschwenken auf das Europäische Naturschutzrecht sei „eine späte und letztlich blamable Einsicht der Verantwortlichen“. (dpa)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.