Grevenmacher. Der Logistikdienstleister Logwin rechnet basierend auf aktuellen Konjunkturprognosen mit einer „stabilen Finanzlage“ des Konzerns für das zweite Geschäftshalbjahr. Im gerade veröffentlichten Halbjahresbericht wird aber auch auf potenzielle Störungen seitens der Finanzmärkte und den Anstieg des Rohölpreises hingewiesen, für die das Unternehmen laut dem Bericht anfällig sei.
Im Bereich Luft- und Seefrachtaktivitäten, Air and Ocean, glaubt Logwin trotz volatiler Frachtraten an eine positive Geschäftsentwicklung. Im Bereich Kontraktlogistik, Solutions, muss jedoch mit geringen Umsätzen gerechnet werden: hier bestehen Risiken in Kundenverhältnissen und Probleme mit einzelnen Standorten. Standortschließungen und Veräußerungen von Geschäftsaktivitäten und Tochterfirmen machten sich nicht nur in der ersten Jahreshälfte bemerkbar, sondern werden auch einen negativen Einfluss auf die zweite Jahreshälfte haben, so die konzerneigene Prognose.
Unsatz unter Vorjahresnieveau
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2013 erzielte der Logwin-Konzern einen Gesamtumsatz von 622,8 Millionen Euro und lag damit knapp 30 Millionen Euro unter dem Vorjahr. Logwin veräußerte in den vergangenen Monaten zum Teil sehr große Solutions Standorte mit dem Schwerpunkt Landverkehre. Damit verbunden waren auch Abschreibungen auf Firmenwerte des Geschäftsfelds Solutions in Höhe von minus vier Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (Ebit) lag bei 6,7 Millionen Euro. Im Vorjahr lag es bei minus 45,9 Millionen Euro, enthielt dabei aber Wertminderungen in Höhe von minus 53 Millionen Euro.
Berndt-Michael Winter, Vorsitzender des Executive Committee (CEO) von Logwin: „Unser Ziel ist und bleibt eine unseren anspruchsvollen Leistungen angemessene, marktübliche Rentabilität – und zwar für alle Logwin-Aktivitäten.“ Das Geschäftsfeld Air and Ocean könne dank „hoher Leistungsqualität“ trotz dem volativen Umfeld ein „erfreuliches Ergebnisniveau“ halten, so Winter.
Rückgänge durch Standortschließungen
Im ersten Halbjahr erwirtschaftete das Geschäftsfeld Solutionseinen Umsatz von 324,4 Millionen Euro, im Vorjahr lag dieser bei 343,9 Millionen Euro. In der Funktionseinheit Logistics and Warehousing konnten deutliche Volumensteigerungen mit den Aktivitäten in Österreich erzielt werden. Volumenrückgänge aufgrund von Schließungen einzelner Standorte in Deutschland und der Türkei glichen diese allerdings aus. Die Funktionseinheit Transport and Retail Networks litt unter gesunkenen Produktionsmengen an einigen Standorten. Das Ebit lag in diesem Bereich bei -2,8 Millionen Euro, 2012 ergab es minus 55,8 Millionen Euro. Beide Zahlen sind auf die Wertminderung von Firmenwerden zurückzuführen.
Das Geschäftsfeld Air and Ocean wies in der ersten Jahreshälfte 2013 einen Umsatz von 298,1 Millionen Euro aus, der im Wesentlichen bedingt durch insgesamt niedrigere Frachtraten leicht unter dem Niveau des Vorjahres lag (2012: 309,6 Millionen Euro). Das Seefrachtvolumen konnte im Vergleich zum Vorjahr trotz Stagnation des Gesamtmarkts gesteigert werden. Das Luftfrachtvolumen bewegte sich sowohl im Geschäftsfeld wie auch im Gesamtmarkt unter dem Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis des Geschäftsfelds war von der schwachen Wirtschaftslage in Asien beeinflusst. Die südamerikanische Region entwickelte sich hingegen positiv. Insgesamt blieb das EBIT im Vergleich zum Vorjahr mit einer leichten Steigerung von 12,1 Millionen Euro (2012) auf 12,2 Millionen Euro (2013) stabil. (ks)