Hamburg. 84 Prozent des Akademikernachwuchses hat keine Angst vor der Digitalisierung der Arbeitswelt. Stattdessen erwartet mehr als die Hälfte der Studenten (55 Prozent), dass dadurch sogar neue Jobs entstehen. Jeder Dritte (29 Prozent) denkt laut einer Pressemitteilung der Mylittlejob GmbH, dass insbesondere akademische Berufe nicht von der Automatisierung betroffen sind. Zum Hintergrund: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles habe in einer aktuellen Studie prognostiziert, dass jeder achte Job aufgrund von Automatisierung durch Computer- oder Robotersysteme wegfallen könnte.
Allerdings fühlt sich nur etwa die Hälfte der Nachwuchsakademiker (43 Prozent) durch ihr Studium ausreichend auf eine datengetriebene Arbeitswelt vorbereitet, heißt es in der Mitteilung weiter. Und 48 Prozent gaben an, sich die erforderlichen Fähigkeiten selbst angeeignet zu haben. Auch die Professoren scheinen über das nötige Wissen zu verfügen: Nur sieben Prozent der befragten Studenten sind der Meinung, dass ihre Dozenten sich zu wenig mit Internet- und Digitalthemen auskennen. Das sind die Ergebnisse einer Online-Umfrage der Job- und Stellenvermittlungs-Plattform Talerio (www.talerio.com) unter 227 Studierenden. An der Umfrage haben Studenten aus zwölf Fachrichtungen teilgenommen, darunter ein Viertel aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften.
Marlon Litz-Rosenzweig, Geschäftsführer von Talerio: „Die Digitalisierung wird uns viele standardisierte, einfache Arbeitsprozesse abnehmen. Wir gewinnen mehr Denkzeit und es wird mehr Energie für Innovationen und technologischen Fortschritt freigesetzt. Dafür werden Menschen gebraucht, die denken können, Dinge ausprobieren wollen und Affinität zu Technologien haben. Ob mit oder ohne Studium, diese Fähigkeiten muss das Bildungssystem frühzeitig fördern." Die Digitalisierung der Arbeitswelt war ein zentrales Thema der Bundesregierung beim 6. Zukunftsgespräch auf Schloss Meseberg. (ts)