St. Petersburg/Russland. Die Ukraine hat einen neuen Schiffahrtskanal im Donaudelta in Betrieb genommen. Er stellt eine Alternative zum bisher einzig bestehenden Fahrwasser über rumänisches Territorium dar. Der Donau-Schwarzmeer-Kanal verbindet über ein drei Kilometer langes Teilstück die Donau mit dem offenen Meer. Insgesamt ist der von der Ukraine nach drei Jahre dauernden Ausbauarbeiten jetzt für den internationalen Transitverkehr freigegebene Wasserweg 162 Kilometer lang. Umweltschützer hatten gegen das Projekt protestiert, da der Kanal durch ein Naturschutzgebiet an der Küste führt. Auch Rumänien hatte sich unter Verweis auf ökologische Probleme gegen die neue Konkurrenz im Norden gewehrt. Nach ukrainischen Angaben sind die eigenen Durchfahrtsgebühren 40 Prozent günstiger als die Tarife des Nachbarn. Zudem sei der Kanal rund um die Uhr im Zweirichtungsverkehr befahrbar. Der ukrainische Verkehrsminister Nikolaj Rudkowski bezeichnete den Kanalbau als konkreten Schritt zur Annäherung seines Landes an die EU. Während der ersten 20 Tage Probebetrieb hätten 44 Schiffe die neue Wasserstraße befahren. 30 Prozent davon seien Transitverkehr gewesen, der keine ukrainischen Donauhäfen ansteuerte. (ld)
Ukraine öffnet Wasserstraße ins Schwarze Meer
Neuer Schifffahrtskanal im Donaudelta: Ukraine bietet Alternative für internationalen Transitverkehr