TUI-Konzern möglicherweise doch vor Aufspaltung

06.03.2008 13:23 Uhr

Der TUI-Großaktionär John Fredriksen fordert eine Zerschlagung des Konzerns, um die Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd zu fördern

Berlin. Der TUI-Konzern steht jetzt möglicherweise doch vor einer Aufspaltung in seine beiden Geschäftsbereiche Tourismus und Schifffahrt. Wie am Rande der Reisemesse ITB heute in Berlin bekannt wurde, fordert der norwegische Reeder und TUI-Großaktionär John Fredriksen eine Zerschlagung des Konzerns, um die Entwicklung der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd voranzubringen. Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ formulierte Frederiksen seine Forderung in einem Brief an Konzernchef Michael Frenzel und den Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow. Fredriksen hält offiziell mindestens fünf Prozent der TUI-Anteile und angeblich soll er von anderen Anteilseignern unterstützt werden. Das Unternehmen bestätigte die Existenz des Briefes, aber nicht dessen Inhalt. Ein Konzernsprecher sagte, der Aufsichtsrat werde sich in der nächsten Sitzung am 17. März „mit den strategischen Optionen des Konzerns auseinandersetzen.“ Dem Vernehmen nach strebt Frederiksen auch einen Sitz im Aufsichtsrat an. Frenzel hatte zuletzt mit einem Plan für Wirbel gesorgt, die Konzernzentrale mit Hapag-Lloyd zu verschmelzen und so besser vor einer Übernahme zu schützen. Auch dagegen hatte Frederiksen energischen Widerstand angekündigt. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind ebenfalls skeptisch. Brancheninsider gehen daher davon aus, dass aus dem Projekt vermutlich nichts wird. Hinzu kommen Spekulationen, dass Frenzel bei der Konsolidierung der weltweiten Containerschifffahrt eine Rolle spielen will. Die Branche gilt angesichts des boomenden Welthandels als besonders zukunftsträchtig. Bei einer Aufspaltung des Konzerns könnte Frenzel eventuell ein ähnliches Konstrukt verfolgen wie bei der Gründung von TUI Travel: Im vergangenen Jahr legte der Konzern seine Touristiksparte mit dem britischen Veranstalter First Choice zur TUI Travel zusammen, die an der Börse in London platziert ist. Der TUI-Konzern hält daran 51 Prozent der Stimmrechte und will die Reisesparte nach ausdrücklichen Versicherungen Frenzels auch behalten. (dpa)

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