München. Der Prüf- und Servicekonzern TÜV Süd setzt auf Expansionskurs. „Wir erwägen einen größeren Zukauf im Ausland“, bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Axel Stepken heute auf der Bilanzpressekonferenz. Konkrete Übernahmekandidaten wollte Stepken allerdings nicht nennen. TÜV Süd profitiert dabei von einem guten Konzernergebnis. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 um 7,4 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei 107 Millionen Euro nach 116 Millionen Euro im Vorjahr. Auch für das Jahr 2009 bleibt Stepken optimistisch. Im ersten Quartal konnte TÜV Süd den Umsatz bereits um 20 Millionen auf 320 Millionen Euro steigern. Insgesamt erwartet er für das Jahr ein leichtes Umsatzwachstum. Die derzeitige Wirtschaftskrise treffe den Konzern und die gesamte Branche weniger hart, als andere Sektoren. Eine Fusion mit einem der anderen TÜVe ist nicht mehr geplant. Das geplante Zusammengehen mit dem TÜV Rheinland wurde vergangenen Dezember wegen hoher Auflagen der Kartellbehörden endgültig abgebrochen, so Stepken. „Aus der Erfahrung des letzten Jahres ist der TÜV Deutschland gestorben. Auf absehbare Zeit ist so ein Projekt nicht umzusetzen“, sagte der TÜV-Süd-Chef. Um dennoch im internationalen Geschäft den Anschluss nicht zu verlieren sucht der TÜV Süd im Ausland nach Übernahmekandiaten. Zu diesem Zweck habe sich der Konzern in Verhandlungen mit Banken eine „mittelfristige Kreditlinie in dreistelliger Millionenhöhe“ gesichert, sagte Finanzvorstand Peter Klein. „Es gibt eine Reihe von Unternehmen in der Hand von Finanzinvestoren, die Probleme in der Anschlussfinanzierung bekommen. Da könnten sich interessante Akquisitionen ergeben“, umriss Vorstandskollege Manfred Bayerlein die Möglichkeiten. (sb)
TÜV Süd will zukaufen
Trotz Krise bleibt TÜV Süd auf Wachstumskurs: Vorstand plant Zukauf einer ausländischen Prüfgesellschaft