Düsseldorf. Der TÜV Rheinland ist im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftskrise kräftig gewachsen. Der Umsatz stieg um 7,4 Prozent auf fast 1,2 Milliarden Euro. Der Gewinn blieb mit rund 70 Millionen Euro nur leicht unter dem Vorjahreswert (2008: 71,6 Millionen). "Unser Geschäftsmodell ist sehr robust", berichtete der neue Vorstandschef Friedrich Hecker, 47, am Dienstag in Düsseldorf. In Deutschland sei ein Umsatzplus von 4 Prozent, im Ausland von 12,3 Prozent erzielt worden. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs um 820 auf 13.800 weltweit. Mit 370 zusätzlichen Mitarbeitern sei man in Deutschland unter den zehn Unternehmen, die die meisten neuen Arbeitsplätze geschaffen haben. "Bis 2014 wollen wir den Umsatz auf mehr als zwei Milliarden Euro steigern und eine zweistellige Rendite erwirtschaften", sagte Hecker. Der TÜV Rheinland mit Sitz in Köln ist die siebtgrößte Prüfgesellschaft für Sicherheit und Qualität der Welt. Mit Hecker steht erstmals in der 140-jährigen Unternehmensgeschichte kein Ingenieur, sondern ein Kaufmann an der Spitze. Der TÜV Rheinland ist in Deutschland hinter Dekra und TÜV Süd die Nummer Drei. Der TÜV prüfe Zukäufe in Osteuropa und Brasilien. Der Wettbewerb um den weltweit 50 Milliarden Euro großen Markt für Tests, Inspektionen und Zertifizierungen werde sich weiter verschärfen. Weltmarktführer ist die schweizerische SGS mit einem Marktanteil von sechs Prozent. Erstmals legte das Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht vor. Mit vier Millionen KFZ-Prüfungen weltweit bleiben die Auto-Untersuchungen ein Kerngeschäft des TÜV Rheinland. Ein stark wachsender Bereich ist die Kontrolle von Solarmodulen. Der TÜV Rheinland testet weltweit die Solarmodule von 80 Prozent aller Hersteller. Allein in China beschäftigt das Kölner Unternehmen 1900 Mitarbeiter. Der TÜV Rheinland, der einem Verein gehört, muss keine Gewinnanteile abführen, sondern kann den Überschuss vollständig reinvestieren. (dpa)
TÜV Rheinland: Gewinn stabil
Umsatz stieg um mehr als sieben Prozent / Gewinn ging um 1,6 Millionen Euro auf 70 Millionen Euro zurück / Ziel bis 2014: Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro