Berlin/Bonn/Frankfurt/Main/Dortmund. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) sieht 30.000 von 600.000 Stellen in Gefahr. Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland waren am Freitag auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Der Bundesverband der Transportunternehmen (BVT) sieht 20.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Betroffen seien vor allem kleine und mittlere Unternehmen, teilte der BVT am Sonntag in Dortmund mit. In einem Brief an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte der Verband beispielsweise eine niedrigere Dieselsteuer. „Auch einen niedrigeren Umsatzsteuersatz auf Energie kann sich der BVT vorstellen“, sagte die BVT-Vorsitzende Dagmar Wäscher. Die Politik sei sich der Folgen der hohen Dieselpreise und der Abgabenlast für die Transportunternehmen nicht bewusst, kritisierte der BVT in dem Schreiben. Politiker verstünden unter dem Transportgewerbe vor allem die großen Speditionen. Vor allem die Transportunternehmer mit bis zu 50 Beschäftigten stellten jedoch die Versorgung der Bürger sicher. Sie schafften auch einen Großteil der Arbeitsplätze in der deutschen Transportbranche. Der Verband vertritt vor allem kleinere und mittlere Transportunternehmen. „Nur die Unternehmen haben eine Chance, die die hohen Kosten an ihre Kunden weitergeben können“, sagte der stellvertretende BGL-Hauptgeschäftsführer, Adolf Zobel. In der Branche gebe es jedoch viele kleine und mittelgroße Unternehmen, denen dazu die Marktmacht fehle. „Das lässt uns befürchten, dass einige Unternehmer den Gang zum Konkursrichter antreten müssen.“ In dieser Situation würde die von der Bundesregierung geplante Anhebung der Lkw-Maut das Fass zum Überlaufen bringen. „Das ist ein Existenzvernichtungsprogramm für das Transportgewerbe“, kritisierte Zobel. Für den Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) ist die künftige Entwicklung hingegen vor allem von der Weltwirtschaft abhängig. „Wenn die Weltkonjunktur nicht einbricht, sondern es auch weiterhin Wachstum gibt, dann sind die Auswirkungen auch weiterhin verkraftbar“, erklärte DSLV-Hauptgeschäftsführer Heiner Rogge in Bonn. Die Entwicklung der Spritpreise sei nicht seriös vorhersehbar, daher seien auch Spekulationen über die Beschäftigung wenig seriös.
Transportbranche: Dieselpreis wird zum Jobkiller
Verbände der Logistik- und Transportbranche haben angesichts hoher Spritpreise vor dem Verlust Zehntausender Jobs gewarnt.