München. Die Trennung von Netz und Betrieb bei den Eisenbahnen ist unabdingbar, wenn die Schiene größere Zugewinne im Modal Split erreichen soll. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitskreis (AK) Kooperative Schienengüterverkehrskonzepte der Bundesvereinigung Logistik (BVL). Nach Ansicht des AK muss sämtlichen Bahnen (Privat- und Staatsbahnen) europaweit ein diskriminierungsfreier Zugang zur Schieneninfrastruktur gewährt werden. Deutschland sei in dieser Frage zwar im europäischen Vergleich am weitesten fortgeschritten. Dennoch stellt der AK in Frage, ob die DB Netz wirklich neutral gegenüber den Anforderungen der verschiedenen Betreiber von Schienengüterverkehrsleistungen agieren kann. Die Mitglieder betonten in ihren auf der Messe transport logistic vorgestellten Thesen, dass sich die Schiene bei geeigneten Organisations- und Vermarktungsstrukturen auch in hochkomplexe Logistiknetze integrieren lasse. Von den Logistikdienstleistern erwarten sie, dass von ihnen maßgebliche Impulse zur Integration der verladenden Wirtschaft und den Traktionären ausgehen. Die verladende Wirtschaft müsse bereit sein, ihre Logistikprozesse den Besonderheiten der Schiene anzupassen. An die Eisenbahnverkehrsunternehmen erging die Forderung, ihre Logistikfähigkeit zu erhöhen. Und vom Eintritt von Logistikdienstleistern in das Bahngeschäft erwarten die Experten eine Beschleunigung des notwendigen Integrationsprozesses. Zu dem AK unter Leitung von Hanspeter Stabenau (BVL) zählen unter anderem Wilhelm Pällmann (Vorsitzender der Kommission für Verkehrsinfrastrukturfinanzierung) sowie zahlreiche Vertreter von Privatbahnen und Speditionen. (vr/cd)
transport logistic: Trennung von Netz und Betrieb gefordert
Expertenkreis der BVL sieht Chancen für die Schiene