Die durch den Brand im Gotthard-Tunnel erneut angefachte Debatte über eine Verlagerung des alpenquerenden Gütertransports von der Straße auf die Schiene hat der französische Transport- und Logistikverband TLF zum Anlass genommen, die Küstenseeschifffahrt als Alternative mit einzubeziehen. Zu einer besseren Verteilung der Gütermengen könne auch der maritime Kurzstreckentransport beitragen, dessen Anteil am EU-Gesamtaufkommen jetzt schon bei 41 Prozent gegenüber 43 Prozent für die Straße liege. Als Mittel, die Probleme im Alpen- und Pyrenäen-Transit zu umschiffen, dränge sich diese Transportart mehr und mehr auf. Die dafür benötigten Mittel zum Ausbau der Hafenanlagen seien ungleich geringer als die für die momentan diskutierten Milliardenprojekte im Bereich von Straße und Bahn. Der küstennahe Seetransport ist jedoch nicht nur in diesem Sinne billiger, sondern auch umweltfreundlicher und lässt sich leicht in die Multimodal-Kette integrieren, befindet der Verband. Hierzu müssten die Häfen modernisiert und die Liegegebühren gesenkt, ein Kombisystem See-Straße etabliert, dauerhafte Verbindungen zwischen Schiene und Seetransport hergestellt und Anschubhilfen für die Schaffung von Seekabotagelinien bereitgestellt werden. Das EU-Projekt "Marco Polo" weise hier in die richtige Richtung. (vr/jb)
TLF will breitere Diskussion beim Gütertransport
Der Transport- und Logistikverband sieht Küstenseeschifffahrt als Alternative