Rostock. Die Hafenwirtschaft fordert die zügige Umsetzung des nationalen Hafenkonzepts. Auf der 6. Nationalen Maritimen Konferenz in Rostock mahnte Wirtschaft und Politik einen zügigen Ausbau der Hinterlandanbindungen an. Die Folgen der globalen Wirtschaftskrise für den Frachtverkehr ließen sich zum Teil eindämmen, wenn das Hafenkonzept von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) rasch umgesetzt werde, sagte der Chef der Rostocker Hafen- und Entwicklungsgesellschaft, Ulrich Bauermeister. „Das darf nicht nur auf dem Papier stehen bleiben, wir brauchen konkrete Maßnahmen.“ Das nationale Hafenkonzept enthalte wichtige Maßnahmen für die Ostseeküste, begrüßte Bauermeister grundsätzlich das Konzept. Er forderte insbesondere auch von der Deutschen Bahn mehr Investitionen in die Seehafenanbindung. „Die derzeitige Atempause im Wachstum muss genutzt werden um die Hafenhinterland-Anbindungen auszubauen“, forderte der Vorstandschef der Hamburger Hafen und Logistik AG, Klaus-Dieter Peters. Im Hafenkonzept fehlen „konkrete Vorgaben“, mahnte Peters an. Nach der Wirtschaftskrise werde sich die Globalisierung fortsetzen. „Die deutschen Seehäfen bleiben die wichtigsten Drehscheiben im globalen Handel.“ Tiefensees Staatssekretär Achim Großmann (SPD) warb für das Hafenkonzept, welches ein Teil des Masterpland Güterverkehr und Logistik ist. „Die Straße ist der Hauptträger der logistischen Dienstleistungen, aber ohne Schiene, Wasserstraße und See geht es nicht.“ Großmann warnte: „Bei den vielen konträren Meinungen zum Hafenkonzept, wird es eine große Aufgabe alle Partner zu überzeugen.“ Auch Wirtschaft und Länder müssten ihren Teil beitragen. „Der Bund ist für den Ausbau der Häfen nicht zuständig“, betonte Großmann. Deutliche Kritik kam vom Koalitionspartner. „Es wäre ein gutes Zeichen gewesen, wenn das Hafenkonzept rechtzeitig zur Maritimen Konferenz vorgelegen hätte“, bedauerte die parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium Dagmar Wöhrl (CSU). „Ich erwarte, dass das Hafenkonzept schnell fertig wird. Die müssen endlich in die Puschen kommen.“ Zur 6. Nationalen Maritimen Konferenz nach Rostock kamen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums mehr als 1000 Teilnehmer. „Dies zeigt das Interesse an der maritimen Wirtschaft“, sagte Wöhrl. Die Koordinatorin der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft stellte klar: „Wir befinden uns auch in dieser Branche derzeit in einem zyklischem Abschwung, es ist keine strukturelle Krise der Branche.“ (sb)
Tiefensees Hafenkonzept in der Kritik
Wirtschaft und Politik fordern zügigen Ausbau der Hinterlandanbindungen