Rostock. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) geht von einer baldigen Unterzeichnung des Vertrags über den Bau der umstrittenen Fehmarnbelt-Querung aus. „Wir sind jetzt in der Endabstimmung in den entscheidenden Ressorts in Dänemark und in Deutschland. Ich möchte im dritten Quartal mit Dänemark die Unterzeichnung vornehmen und dann kann das Bauwerk in Gang gesetzt werden“, sagte Tiefensee am Donnerstag am Rande einer Havarieübung auf der Ostsee vor Rostock. Der Fahrplan mit Ziel der Fertigstellung 2018 sei zu halten. Die dänische Seite habe für den Bau der Brücke eine hohe Verantwortung übernommen und eine hohe Kostenbelastung zu tragen. Nach jahrelangen Debatten hatten sich Deutschland und Dänemark im Juni 2007 auf den Bau der 20 Kilometer langen Brücke von der deutschen Ostsee-Insel Fehmarn zur dänischen Insel Lolland geeinigt. Die privat finanzierten und durch Staatsgarantien abgesicherten Kosten in Höhe von insgesamt 5,6 Milliarden Euro sollen durch Mauteinnahmen zurückfließen. Dänemark steht früheren Angaben zufolge für 4,8 Milliarden, Deutschland für 800 Millionen Euro der Kosten ein. „Wir haben vereinbart, dass die deutsche Kompetenz dort aufhört, wo der letzte Pfeiler der Fehmarn-Belt-Brücke auf deutschem Boden steht“, sagte Tiefensee. Deutschland sorge für die Hinterlandanbindung, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene. Dänemark sei für den Brückenbau und seine Hinterlandanbindung verantwortlich, nehme die Maut ein und setze diese zur Gegenfinanzierung ein. Es erfordere eine gründliche Planung und mit der Bevölkerung müsse im Vorfeld ausreichend gesprochen werden, betonte der Minister. „Wer dann zügig loslegt, wenn eine Entscheidung gefallen ist, der sollte auch pünktlich fertig sein, was auch aus Kostengründen notwendig ist.“ (dpa)
Tiefensee: Vertrag über Fehmarnbelt-Querung im dritten Quartal
Der Bundesverkehrsminister gibt an, dass sich die Verhandlungen mit Dänemark in der Endabstimmung befinden