Weimar. Thüringens Verkehrsgewerbe-Verband hat ein Aussetzen der in diesem Jahr wirksam gewordenen Mauterhöhung verlangt. Der Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes (LTV) appellierte am Samstag auf seiner Jahresversammlung in Weimar an die Politik, die Erhöhung mindestens bis 2010 zu verschieben. Angesichts zurückgehender Frachtaufträge gelinge es den wenigsten Transportbetrieben, die höheren Kosten an ihre Auftraggeber weiterzugeben. Derzeit liege die Kapazitätsauslastung der Branche bei nur 60 Prozent. Viele Lastwagen müssten stillgelegt, Kurzarbeit angeordnet werden, sagte LTV-Hauptgeschäftsführer Thilo Müller. In der Branche gebe es Befürchtungen, dass bis zu 20 Prozent der vielfach kleinen und mittelständischen Betriebe in den kommenden Monaten aufgeben müssen und viele Arbeitsplätze verloren gehen. Die Lage der Branche, die unter dem starken Einbruch der Industrieproduktion leide, sei sehr angespannt. Die derzeitigen Rahmenbedingungen für das Gewerbe seien die schlechtesten seit 1990. In einer verabschiedeten Resolution heißt es, die Mauterhöhung sei zur Unzeit mit der heraufziehenden Finanz- und Wirtschaftskrise beschlossen worden. Die Autobahngebühr sei faktisch für die Unternehmen um fast 50 Prozent gestiegen und bringe die Mehrzahl von ihnen „in existenzielle Schwierigkeiten“. Eine Alternative zur zeitweisen Rücknahme der Erhöhung sieht der Verband darin, die Maut analog der Umsatzsteuer zu einer gesetzlichen Abgabe zu machen, die jeder Auftraggeber von Fracht zu zahlen habe. Nach Angaben von Müller lassen sich stillgelegte Lastwagen derzeit kaum oder nur mit hohen Verlusten verkaufen. Damit fehle Geld für Investitionen in neue umweltfreundlichere Fahrzeuge. Zudem gebe es angesichts sinkender Transportaufträge einen harten Verdrängungswettbewerb. Die Bundesregierung würde in Kauf nehmen, dass deutsche Firmen von ausländischen Wettbewerbern aus dem Markt gedrängt würden. (dpa/sb)
Thüringer fordern Aussetzen der Mauterhöhung
Der Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes verlangt vom Bund eine niedrigere LKW-Maut