Tempolimits wegen maroder Betonschutzwände an Autobahnen

05.08.2014 14:00 Uhr
Tempolimit
Aktuell gilt auf verschiedenen Strecken in NRW ein Tempolimit, auch für LKW
© Foto: Picture Alliance/ASA

In NRW dürfen LKW auf einigen Strecken nicht schneller als 60 Kilometer pro Stunde fahren. Darüber hinaus gilt ein Überholverbot.

Hamm/Gelsenkirchen. Wegen Rissen in Betonschutzwänden gilt vorerst auf mehreren Autobahnabschnitten in Nordrhein-Westfalen ein Tempolimit. Neu sind auf der A44 eine neun Kilometer lange Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Olpe-Süd und der Anschlussstelle Eckenhagen sowie ein 2,5 Kilometer langer Abschnitt der A45 zwischen den Anschlussstellen Wilnsdorf und Haiger/Burbach. Hier dürfen Personenwagen nicht schneller als 100 Kilometer pro Stunde fahren, für Lastwagen gilt Tempo 60 und ein Überholverbot, wie der Landesbetrieb Straßen.NRW am Montag mitteilte.

Seit einiger Zeit gelten bereits Tempolimits auf der A43 bei Dülmen und auf der A45 bei Lüdenscheid, hieß es. Hintergrund sind möglicherweise marode Betonschutzwände, die eigentlich verhindern sollen, dass Fahrzeuge von der Fahrbahn abkommen. Seit einiger Zeit untersucht der Landesbetrieb die rund 900 Kilometer Betonschutzwände, davon knapp 800 Kilometer an Autobahnen.

Betroffen sind Betonwände, die an Ort und Stelle mit Stahlarmierung gegossen wurden, sogenannte Ortbetonwände. Bislang sei man davon ausgegangen, dass die Wände mindestens 25 Jahre ohne Sanierung halten.

Wenn Wasser in die alle sechs Meter angebrachten Fugen eindringe, könne der stabilisierende Stahl wegrosten, sagte Alfred Overberg vom Landesbetrieb. Bereits im April hatte die Behörde Risse an landesweit neun Stellen entdeckt. Hier sollen schrittweise überall Tempolimits gelten. Untersucht wurden bislang nur freistehende Wände, die älter als acht Jahre sind. Mit der Industrie und der Bundesanstalt für Straßenwesen sei man über mögliche Sanierungskonzepte im Gespräch. Die Kosten seien noch nicht absehbar, sagte Overberg. (dpa)

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