Emden. Als erste deutsche Fähre soll die MS „Ostfriesland“ der Emder Reederei AG Ems auf Flüssiggasbetrieb umstellen und ab Mitte 2014 zwischen Emden und Borkum pendeln. Von 2015 an will die Reederei auch zwischen Cuxhaven und Helgoland ein kombiniertes Passagier- und Frachtschiff einsetzen. Es soll als erster deutscher Neubau mit Liquefied Natural Gas (LNG) angetrieben werden. Weitere Schiffe könnten folgen, und auch die Industrie an Land hätte Bedarf, heißt es in einer am Mittwoch in Emden vorgestellten Studie, die die Gesellschaft Niedersachsen Ports gemeinsam mit dem Maritimen Cluster Norddeutschland in Auftrag gegeben haben. ValuePacer, Gesellschaft für Management und Beratung hat in Kooperation mit dem Offis in Oldenburg die Schiffsverkehre der Häfen analysiert.
Von 2015 an sollen deutliche Verschärfungen der Emissionsgrenzwerte in Kraft treten. Als Alternativen kommen aufwendige Filteranlagen, teure Dieselprodukte oder LNG in Frage.
Besonders Emden in Verbindung mit Norddeich sowie Cuxhaven in Verbindung mit Stade hätten gute Chancen für die Einführung des Treibstoffs, haben Experten errechnet. Emden hat Bedeutung für den VW-Autoumschlag, für Forstprodukte und für den Im- und Export von Windkraftanlagen. Cuxhaven ist Ausgangspunkt für Nord- und Ostseeverkehr, Autoumschlag, Offshore-Service und den Helgoland-Fährverkehr. Stade gilt als Drehscheibe für Industrieumschlag und Massengüter. Mögliche Nutzer wären auch Kühlhäuser, Lastwagen-Verkehre und Binnenschiffe.
Zusammengerechnet ergibt sich für Niedersachsen nach Untersuchungen ein Jahresbedarf von rund 35.000 Tonnen Flüssigerdgas. Voraussetzung für ein Umschwenken auf LNG seien allerdings hohe Investitionen in eine neue Infrastruktur in den Häfen und an Land, sagte Werner Repenning von der niedersächsischen Hafengesellschaft Niedersachsenports. Dazu zählten Tankstellen an Land und in den Häfen sowie Lagerstätten. (dpa(diwi)