Studie: Maut-Erhöhung kaum Einfluss auf Güterverkehr der Bahn

10.05.2006 11:52 Uhr

Eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist auch durch erhöhte LKW-Maut nicht zu erwarten.

Forderungen nach erhöhter LKW-Maut bringen der Bahn nach einer Studie nicht die erwartete Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Selbst eine ruinöse Maut-Erhöhung um einen Euro pro Kilometer würde nur 1,2 Prozent des gesamten Volumens des Straßengüterverkehrs oder zusätzliche 59 Millionen Tonnen auf die Schiene verlagern, ermittelte das renommierte Beratungsunternehmen TransCare AG (Wiesbaden) in der am Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie im Auftrag der Speditionsbranche. Zum Vergleich: Die jetzige LKW-Maut beträgt 12,4 Cent je Kilometer. Die Erhöhung um einen Euro würde Wirtschaft und Handel mit rund 50 Milliarden Euro zusätzlich belasten. „Ein hoher Preis, um den Bahnen einen marginalen Mengenzuwachs zu verschaffen“, stellte der Autor der Studie Ralf Jahncke fest. Die Folgen der Kostenverlagerungen wären „Insolvenzen, verringertes Wirtschaftswachstum und höhere Arbeitslosigkeit“. Nur wenn die Bahn enorme Qualitäts- und Strukturverbesserungen bei ihren Angeboten anpackten, wäre eine Verlagerung von 4,1 Prozent des Güterverkehrs der Straße auf die Schiene möglich. Das entspräche immerhin schon 196 Millionen Tonnen. Auftraggeber der Studie sind der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und die International Road Transport Union (IRU). „Spürbare Mengensteigerungen für die Schiene können ganz eindeutig nur über gezielte Angebotsverbesserungen im Schienengüterverkehr gewonnen werden“, sagte Jahncke. Mit Erhöhungen der Maut gehe das nicht. Die Bahn könnte beweglicher werden und ihre Position im internationalen Wettbewerb verbessern, wenn sie sich von ihrem kostenträchtigen Schienennetz trennen würde. Diese – auch in der Auseinandersetzung um den Börsengang der DB wichtige – Frage wolle er „noch einmal gesondert prüfen“, sagte der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses, Klaus Lippold, auf dpa-Anfrage. Schließlich gehe es um die beste Positionierung der Bahn im Wettbewerb. „Wichtig ist, dass wir jetzt eine Effizienzsteigerung für den gesamten Verkehr hinbekommen“, sagte Lippold. Dazu seien auch weitere Finanzmittel erforderlich. (dpa/wb)

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