Bonn/München. Toll Collect, der Betreiber des Mautsystems, will die On-Board-Units (OBUs) nun auch direkt durch die Speditionen einbauen, um sie anschließend von einem Toll Collect-Servicepartner zertifizieren zu lassen. Diese Änderung der bisherigen Praxis erfolge "auf Wunsch vieler Ihrer Kollegen und mit dem Ziel, den Einbau einer möglichst hohen Zahl von On-Board-Units zu ermöglichen", heißt es in dem Schreiben von Toll Collect, an ausgewählte Speditionen, das der VerkehrsRundschau vorliegt. Die deutschen Fahrzeug-Werkstätten befürchten beim Einbau der Bordcomputer abgedrängt zu werden. Offensichtlich wolle Toll Collect die OBUs nun direkt durch die Speditionen einbauen lassen, teilte der Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) in Bonn mit. Damit umgehe das Konsortium die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit mit LKW-Werkstätten. Toll Collect versuche nach der Verschiebung des Starttermins der Maut auf Grund technischer Engpässe in einem "Akt der Verzweiflung", die Einbaukapazitäten zu erhöhen, kritisierte die Interessenvertretung der Werkstätten. Das geschehe ohne Rücksicht auf Zusagen und Investitionen der ausgewählten Werkstätten in Schulung und Geräte. Laut dem ZDK habe Toll Collect nur 1200 der 5500 Werkstätten für den Einbau autorisiert. Das sei diskriminierend. Der ZDK fordere deshalb, alle LKW-Werkstätten einzubeziehen. (vr/awa/mp)
Streit um Maut-Computer
Lkw-Werkstätten befürchten Ausgrenzung