Die Deutsche Bahn (DB) will sich nach der Übernahme von Stinnes im Logistikgeschäft vor allem in Spanien, Frankreich und Großbritannien weiter verstärken. Wie der Vorstandsvorsitzende der DB Cargo AG und künftige Stinnes-Chef Bernd Malmström am Mittwoch in Düsseldorf sagte, steht zuvor allerdings die Integration von Stinnes in den Bahn-Konzern im Vordergrund. "Die Übernahme bringt die Bahn aus der Amateur-Bezirksliga in die Logistik-Bundesliga", sagte Malmström.
Mit der Übernahme des Logistikkonzerns Stinnes für rund 2,5 Milliarden Euro will die Deutsche Bahn mit der Stinnes-Tochter Schenker, Marktführer im europäischen Landverkehr, zu einem der führenden Logistik- und Transportanbieter aufsteigen. An Stinnes mit einem Umsatz von zwölf Milliarden Euro und 42.000 Mitarbeitern war bisher der Energiekonzern E.ON mit rund 65 Prozent beteiligt. Die notwendigen kartellrechtlichen und behördlichen Genehmigungen für die Übernahme wurden bereits erteilt.
Stinnes soll bei der Bahn als Management-Obergesellschaft das gesamte Logistikgeschäft einschließlich der DB Cargo führen. Der Umsatz der neuen Stinnes AG werde bei rund 11 Milliarden Euro liegen. Die beiden anderen Geschäftsbereiche von Stinnes Chemielogistik (Brenntag) und Werkstoffe (Stinnes Interfer) sollen nach Angaben Malmströms noch im Laufe des Jahres 2003 verkauft werden.
Malmström erwartet, dass die Bahn im Zuge des Umtauschangebots zunächst mehr als 95 Prozent der Stinnes-Aktien erhalten wird. Die Umtauschfrist endet diesen Freitag. Eine gesetzlich vorgeschriebene Nachfrist werde bis Mitte Oktober laufen. Die restlichen Minderheitenaktionäre sollen dann in einem so genannten Squeeze-out-Verfahren abgefunden werden. Eine Hauptversammlung, die das darüber beschließen muss, werde wahrscheinlich Anfang 2003 abgehalten werden. (tw/dpa)