Berlin. Die großen Wirtschaftsverbände haben vor den Folgen eines kompletten Nachtflugverbots am größten deutschen Flughafen in Frankfurt gewarnt. „Die Standortqualität und die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten deutschen Wirtschaft würden durch ein absolutes Nachtflugverbot irreparabel beschädigt“, heißt es in einer Anfang der Woche verbreiteten Erklärung, die unter anderem vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) sowie dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) unterzeichnet wurde. In den nächsten Monaten wird mit dem Planfeststellungsbeschluss - quasi die Baugenehmigung - für den Ausbau des Frankfurter Flughafens gerechnet. Dabei geht es um eine vierte Piste und ein weiteres Terminal, wodurch die Kapazität um rund 50 Prozent angehoben würde. Die Planungen sehen vor, dass mit der Inbetriebnahme der neuen Bahn ein Nachtflugverbot herrscht, um die Lärmbelastung für Anwohner zu mindern. Die Verbände befürchten, dass ein absolutes Nachtflugverbot in Frankfurt auch eine Signalwirkung für die wenigen noch für den Nachtflugverkehr verbliebenen Flughäfen in Deutschland hätte. Mit einem absoluten Nachtflugverbot würden sich Verkehrsströme nach Einschätzung der Verbände ins Ausland verlagern. „Für den Flughafen Frankfurt ist ein Kompromiss notwendig, der einen Basisbestand an Nachtflügen auch künftig ermöglicht“, forderten die Verbände. (sb)
Standortfrage: Vorstoß gegen Nachtflugverbot
Wirtschaftsverbände geben gemeinsame Erklärung gegen absolutes Nachtflugverbot in Frankfurt ab: Befürchtet wird eine Signalwirkung für ganz Deutschland