Wittenberge. Angesichts ungebremst steigender Spritpreise und der drohenden Maut-Erhöhung haben Spediteure, Taxifahrer und Bauern eine Bundesstraße bei Wittenberge (Prignitz) zwei Stunden lang blockiert. Bis zu 50 Lastwagen, Busse, Taxen und Traktoren seien zu der bundesweit ersten Protestaktion an die Bundesstraße 189 im Nordwesten Brandenburgs gekommen, hieß es am Montag von Teilnehmern. Sie forderten die Bundesregierung zum Handeln auf. In einer Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangten sie einen Verzicht auf die Kfz-Steuer für die gewerbliche Wirtschaft und auf die Mauterhöhung. Seit Jahresbeginn seien die Dieselpreise um mehr als 20 Prozent gestiegen, klagte der Geschäftsführer des Verbands Verkehr und Logistik Berlin-Brandenburg, Gerhard Ostwald. Der Verband habe 150 Mitglieder mit insgesamt 12.000 Beschäftigten. Der Mitorganisator des Protests, Detlef Benecke, sprach von einem Signal an die Politik, „dass wir uns nicht mehr alles gefallen lassen“. „Die nächste Aktion wird sehr viel schmerzhafter, wenn es keine Reaktion auf die Petition gibt.“ Dazu werde man sich auch mit den Verbänden der Nachbarländer abstimmen. Ostwald sagte, denkbar wäre etwa eine Blockade der Elbbrücken bei Wittenberge. Der Spediteur Benecke hat derzeit 26 Lastwagen und 35 Beschäftigte. Vor fünf Jahren habe er mit der Hälfte der Lastwagen das gleiche Ergebnis erzielt. Um überhaupt überleben zu können, habe er immer mehr Fahrzeuge angeschafft. „Damit ist jetzt Schluss.“ Mit einem schlechteren Rating würden sich die Bankkredite verteuern. „Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden wir den LKW-Bestand halbieren und Leute entlassen.“ Das gelte umso mehr, wenn die LKW-Maut tatsächlich angehoben werde. Die Maut soll 2009 von durchschnittlich 13,5 auf 16,3 Cent je Kilometer steigen. (dpa/sv)
Spritpreis-Protest: LKW blockieren Bundesstraße – härter Gangart angedroht
Spediteure, Taxifahrer und Bauern eine Bundesstraße bei Wittenberge (Prignitz) zwei Stunden lang blockiert