Spanien: Punkteführerschein zeigt Wirkung

04.09.2006 00:00 Uhr

Zahl der Verkehrstoten ging gegenüber Vorjahreszeitraum deutlich zurück

Madrid/Spanien. Zwei Monate nach Einführung des Punkteführerscheins können die spanischen Verkehrsbehörden eine positive Bilanz ziehen: Die Zahl der Verkehrstoten sei in den Ferienmonaten Juli und August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 528 zurückgegangen. Das teilte das spanische Innenministerium heute in Madrid mit. Allein bei der Rückreisewelle am Wochenende habe es zehn Verkehrstote weniger gegeben als im Vergleichszeitraum 2005, hieß es weiter. Um den chaotischen Zuständen auf Spaniens Straßen und der im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohen Anzahl an Verkehrstoten Herr zu werden, hatte die Regierung nach französischem Vorbild am 1. Juli den Punkteführerschein eingeführt. Jeder Autofahrer startet danach mit zwölf Pluspunkten. Je nach Verstoß werden zwei bis sechs Punkte abgezogen und Geldstrafen zwischen 90 und 600 Euro fällig. Ist der Kontostand auf Null geschrumpft, muss der Fahrer den Führerschein zunächst für ein halbes Jahr abgegeben, eine Verkehrsschulung besuchen und eine Theorie-Prüfung ablegen. Die spanische Polizei verhängte allein in den Ferienmonaten mehr als 81.000 Strafen für Verkehrssünder, die insgesamt zu einem Verlust von rund 282.000 Punkten führten. (dpa/sb)

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