Paris. Die französische Staatsbahn SNCF hat das erste Halbjahr mit doppelt so hohen Verlusten im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit abgeschlossen wie im Vorjahr. Das berichtete die Wirtschaftszeitung Les Echos im Anschluss an die letzte Aufsichtsratssitzung des Unternehmens. Das Minus erreichte 156 Millionen EUR. Dem stand zwar ein Plus von 21 Millionen als Nettoergebnis gegenüber. Dieses geht jedoch hauptsächlich auf Gewinne aus der Veräusserung von Immobilienbesitz zurück. Bahnchef Louis Gallois machte für den rasanten Verlustanstieg die gegenwärtig nur "mediokre Transportkonjunktur in Europa" verantwortlich. Im Frachtbereich, aber auch in dem der klassischen Fern-D-Züge sei die Entwicklung hoch defizitär, wogegen die Hochgeschwindigkeitszüge TGV einen Gewinnanstieg um 17 Prozent verzeichneten. Das operative Jahresergebnis werde deshalb voraussichtlich niedriger als geplant ausfallen. (vr/jb)
SNCF mit Rekordverlust bei Halbjahresbilanz
Entwicklung im Bahnfrachtbereich hoch defizitär