Weder die quantitativen Wachstumsvorstellungen noch die Investititonspläne der Bahn seien in Frage gestellt, erklärte der Chef der französischen Staatsbahn SNCF, Louis Gallois, nach Presseberichten im Vorfeld des Haushalts 2002. Auch das von Transportminister Jean-Claude Gayssot wiederholt proklamierte Ziel, das über die Schiene transportierte Frachtaufkommen bis 2010 zu verdoppeln, werde beibehalten. Gallois verkannte nicht, dass die Bahn wegen der Kosten für die neue Hochgeschwindigkeitslinie Lille-Marseille, der Belastungen im Zuge der Einführung der 35-Stunden-Woche und nicht zuletzt bedingt durch die Auswirkungen der letzten Bahnstreiks von März/April in diesem Jahr mit Verlusten von mindestens 160 Millionen Euro rechnen müsse. Innerbetrieblich sei zudem am allerdinglichsten die Verbesserung der Produktionsqualität. Mit Blick auf die für März 2003 vorgesehene Liberalisierung auch des internationalen Frachtverkehrs will der SNCF-Chef die Position der französischen Staatsbahn als "größtes Transportunternehmen in Europa" weiter festigen. Dazu sollen sowohl schon bestehende Allianzen ausgebaut als auch weitere geknüpft werden, so etwa mit dem deutschen Bahnfrachtunternehmen DB Cargo. Die Frachtabteilung der französischen Seite, SNCF Fret, erwartet bis zum Ende dieses Jahres Umsatzeinbußen von acht Prozent. Auch hierfür werden in erster Linie die Streiks, gleich danach aber ebenfalls Qualitätsmängel verantwortlich gemacht. Inzwischen bemüht sich die Bahn um bessere Auslastung ihrer Güterzüge. Bis zum Jahr 2005 sollen die Frachtaktivitäten endlich ins finanzielle Gleichgewicht gebracht werden, lautet die offizielle Zielsetzung. (vr/jb)
SNCF hält an Wachstumszielen fest
Festigung der französischen Staatsbahn als größtes Transportunternehmen in Europa