Nürnberg: Die rund eine Millionen Euro teure Anlage ist seit Juni 2004 in Betrieb. Mit ihr werden Sitzgarnituren just-in-time der Endmontage im benachbarten Daimler-Chrysler-Werk zugeführt. Im Spitzenbetrieb erlaubt die Anlage laut Siemens alle 56 Sekunden die Fertigstellung einer Sitzgarnitur.
Das Montage-System im Rastatter Werk, das je eine Fertigungslinie für Vorder- und Rücksitze beinhaltet, basiert auf dem Transfersystembaukasten MACS (Modular Assembly Conveyor System). „In Kombination mit den schraubbaren Verbindern ermöglichen unsere Basisprofile aus Aluminium eine flexible und kostengünstige Lösung für die Entwicklung und Fertigung von Konstruktionen aller Art“, sagte Marcus Schramm, Leiter des Geschäftssegmentes Montagetechnik von Siemens L&A. Ohne Lackier- und Schweißarbeiten könnten die einzelnen Elemente bei hoher Präzision und Festigkeit nach spezifischen Kundenanforderungen zusammengebaut werden. Auch Erweiterungen und Umbauten als Anpassung an neue Produktionsbedürfnisse seien mit diesem System rasch und einfach umsetzbar.
„Die vom Kunden gewünschte regelbare Geschwindigkeit der Montagelinie bei insgesamt hohem Tempo stellte uns bei dem baden-württembergischen Projekt vor eine besondere Herausforderung“, betonte Marcus Schramm. Die Geschwindigkeit der Montagelinie ist zwischen 0,1 bis zu 0,5 Meter pro Sekunde regelbar. Siemens Logistics and Assembly Systems löste die Aufgabe über Highspeed-Staukettenförderer, die nicht nur das gewünschte Tempo fahren, sondern außerdem geräuscharm sind. Seit Juni 2004 wird im schnellsten Zeittakt alle 56 Sekunden eine komplette Sitzgarnitur eines Fahrzeugs gefertigt.
Die Anlage besteht aus einer 60 Meter langen Fertigungslinie mit 45 integrierten Arbeitsplätzen für die Vordersitze sowie einer 40 Meter langen Linie mit 15 Arbeitsplätzen für die Montage der Rückbänke. Für die Eckumsetzung haben die Ingenieure einen doppelstöckigen Drehtisch mit Antrieb eingebaut. Die Werkstückträger in zwei Größen (800 x 800 mm und 1.800 x 800 mm), die mit mobilen Datenträgern versehen sind, sind für ein Gesamtgewicht von 80 respektive 180 Kilo ausgelegt.
In einer Nachbearbeitungstrecke, die direkt von der Kontrollstation abzweigt, können fehlerhaft montierte Sitze sofort ausgebessert werden. Nachdem sie nochmals auf den optimalen Fertigungsstandard überprüft wurden, werden sie der Hauptstrecke nach der Kontrollstation wieder zugeführt. Über Stichbahnen gelangen die Sitze auf einen Querverschiebewagen, der sie in drei doppelte, 20 Meter lange Pufferstraßen auslagert. Dabei fahren die Querverschiebewagen mit einer maximalen Geschwindigkeit von 70 Metern pro Minute. Ihre Tragkraft beträgt eine halbe Tonne. In diesem Bereich werden insgesamt 30 Sitz-garnituren für den Transport zu Daimler-Chrysler gebündelt.