Die wirtschaftliche Erholung in Russland und den baltischen Staaten hat der Seehafen Kiel GmbH im Jahr 2001 einen kräftigen Schub beim Güterumschlag verliehen. Gegen den Trend anderer Ostseehäfen konnte Kiel einen Zuwachs um sieben Prozent auf 5,25 Millionen Tonnen verbuchen, teilte Geschäftsführer Jörg Rüdel am Dienstag in Kiel mit. Umschlagstärkste Linie war der Kiel-Kleipeda-Express nach Litauen. Mit 1,3 Millionen Tonnen Transportaufkommen verdrängte damit erstmals eine Osteuropafähre die Skandinavienlinien vom Spitzenplatz. Rüdel sieht im weiter wachsenden Fährverkehr mit Osteuropa eine Bestätigung für den weiteren Ausbau des Kieler Ostuferhafens, der Mitte dieses Jahres voll betriebsfähig sein soll. Mit insgesamt 2,25 Millionen Tonnen ist der Ostuferhafen schon jetzt stärkster Hafenteil Kiels. Im traditionellen Kerngeschäft des Hafens, dem Fährverkehr mit Skandinavien, wurde der Ladungsrückgang im Norwegenverkehr gestoppt. Der Schwedenverkehr konnte sein gutes Ergebnis vom Vorjahr nicht halten. Dagegen legte der Passagierverkehr deutlich zu. Mit über 600.000 Passagieren wurde auf der Strecke Kiel-Oslo (Norwegen) ein Rekordergebnis erzielt. Auch auf der Linie Kiel-Göteborg (Schweden) wurde erstmals nach dem Ende des zollfreien Einkaufs an Bord wieder eine steigende Zahl von Reisenden (plus 5 Prozent) gezählt. Für das laufende Geschäftsjahr sieht Rüdel weiter große Chancen im Geschäft mit Osteuropa. Angesichts des Nachfragestaus und der positiven Wirtschaftsentwicklung in Russland und im Baltikum erwartet er erneut eine Belebung der Fracht-und-der Passagierverkehre. Die Geschäftsentwicklung für die Seehafen Kiel GmbH schätzt Rüdel, trotz der konjunkturellen Abschwächung in Deutschland, insgesamt "verhalten optimistisch" ein. (vr/dpa)
Seehafen Kiel wächst mit dem Aufschwung in Osteuropa
Kiel-Klaipda-Express nach Litauen überflügelt Skandinavienlinien beim Umsatz