Paris. Als Ausweg aus dem drohenden Kollaps des Straßengütertransportes solle man feste See-Kabotage-Linien zwischen einzelnen maritimen Häfen einrichten. Dies erklärte kürzlich der Bürgermeister der am Atlantik gelegenen französischen Hafenstadt Saint-Nazaire, Joël Batteaux und nahm damit einen Vorschlag auf, der schon in einem für das Parlament erstellten Bericht zum Thema See-Kabotage des Senators Henri de Richemont enthalten war. Darin betonte der Senator, dass es sich hier nicht nur um irgendein zusätzliches Gütertransportmittel handele. Die Schaffung "maritimer Autobahnen" biete vielmehr bedeutende Infrastrukturvorteile zu Gunsten des Ausbaus und der Verbesserung der Fläche. Wegen der höheren Investitionskosten für die Einrichtung solcher LKW-Shuttles im Vergleich zum Straßengütertransport plädiert er deshalb für die Schaffung gemischt-wirtschaftlicher Unternehmen mit Einbeziehung öffentlicher als auch privater Firmen. Er schlägt die Einrichtung einer ersten Test-Kabotagelinie zwischen einem der heimischen Atlantikhäfen und dem spanischen Hafen Bilbao vor. Denkbar seien ebenso Mittelmeerlinien nach Italien und Spanien. Jede Linie würde aus acht Schiffen von 90 Meter Länge mit einem Sattelschlepper-Gesamtnutzlastvermögen bis zu 3 000 Tonnen und drei Abfahrten täglich bestehen. Wartezeiten und die Kabotage-Risiken würden damit vermieden. Die Kosten schätzt der Senator auf 30 bis 35 Millionen Euro. Für die Sattelschlepper müsse eine spezielle Hafenzone von zehn bis zwölf Hektar reserviert und mit einem Hotel ausgerüstet werden. (vr/jb)
See-Shuttle in Frankreich
Neue Kabotagelinien getestet