Eine nachhaltige Senkung der Trassenpreise auf dem Schweizer Schienennetz und eine höhere Priorität der Güterverkehrs gegenüber dem Personenverkehr, das sind zwei Forderungen eines am Dienstag in Basel vorgelegten "Fünf-Punkte-Programms zur Verkehrsverlagerung" auf die Schiene. Den Forderungskatalog haben die Leiter von vier führenden Unternehmen des internationalen Güterverkehrs gemeinsam erarbeitet. Zu den Unterzeichnern gehören neben Hans-Jörg Bertschi, Chef der internationalen Speditions-Gruppe Bertschi AG, Remo Brunschwiler, Leiter des Geschäftsbereich Eurocargo innerhalb der Danzas-Gruppe, Bernhard Kunz, Leiter der Hupac Intermodal AG und Daniel Nordmann, Leiter der SBB Cargo. Die rasche Umsetzung dieses Paketes ist nach Überzeugung des Experten-Quartetts eine Grundvoraussetzung dafür, um dem langläufigen Schienengüter-Transitverkehr im Allgemeinen und dem kombinierten Verkehr Schiene/Straße im Besonderen zu einem größeren Anteil am Modal-Split zu verhelfen. Die Autoren des Programms kritisieren, dass vor allem die aufkommensstarken Nord-Süd-Verkehre zunehmend unter den Engpässen in der Schieneninfrastruktur leiden, "und zwar auf der ganzen Transitachse Offenburg- Basel-Schweiz bis nach Milano/Luino". Diese müssten rasch behoben werden, sollen die Großinvestitionen im Zuge der Neat wirklich ihre positive Wirkung entfalten können. Engpässe gebe es auch in der Terminal-Infrastruktur, "namentlich in Norditalien". Der Vor- und Nachlauf zu den grenznahen KV-Terminals müsse durch den Bau von Lkw-Sonderspuren erleichtert werden, heißt es in dem Papier. Zudem müssten die LSVA-Belastung für Lkw-gestützte KV-Vor- und Nachlauf-Tansporte deutlich verringert werden. Die im europäischen Vergleich deutlich überhöhten Trassenpreise in der Schweiz müssten weiter gesenkt werden, so die Unternehmer weiter. Vor allem auf der Nord-Süd-Achse müsse der Schienengüterverkehr hinsichtlich Fahrplangestaltung, aber auch bei der Beseitigung etwaiger Störungen dem Schienen-Regionalverkehr gleichgestellt werden. Handlungsbedarf besteht auch auf administrativem Gebiet. Die zentralen Forderungen lauten hier: Vereinfachung der Zollformalitäten beim Grenzübertritt und beschleunigte Zulassungsverfahren für Lokomotiven sowie für jene, die den Beruf des Lokomotivführers ergreifen wollen, seien ebenfalls unverzichtbar. (vr/eha)
Schweiz: Fünf-Punkte-Programm zur Förderung des Schienengüterverkehrs
Vier führende Unternehmen des internationalen Güterverkehrs erstellten den Förderkatalog