Schweiz: Fünf-Punkte-Programm zur Förderung des Schienengüterverkehrs

08.01.2002 16:22 Uhr

Vier führende Unternehmen des internationalen Güterverkehrs erstellten den Förderkatalog

Eine nachhaltige Senkung der Trassenpreise auf dem Schweizer Schienennetz und eine höhere Priorität der Güterverkehrs gegenüber dem Personenverkehr, das sind zwei Forderungen eines am Dienstag in Basel vorgelegten "Fünf-Punkte-Programms zur Verkehrsverlagerung" auf die Schiene. Den Forderungskatalog haben die Leiter von vier führenden Unternehmen des internationalen Güterverkehrs gemeinsam erarbeitet. Zu den Unterzeichnern gehören neben Hans-Jörg Bertschi, Chef der internationalen Speditions-Gruppe Bertschi AG, Remo Brunschwiler, Leiter des Geschäftsbereich Eurocargo innerhalb der Danzas-Gruppe, Bernhard Kunz, Leiter der Hupac Intermodal AG und Daniel Nordmann, Leiter der SBB Cargo. Die rasche Umsetzung dieses Paketes ist nach Überzeugung des Experten-Quartetts eine Grundvoraussetzung dafür, um dem langläufigen Schienengüter-Transitverkehr im Allgemeinen und dem kombinierten Verkehr Schiene/Straße im Besonderen zu einem größeren Anteil am Modal-Split zu verhelfen. Die Autoren des Programms kritisieren, dass vor allem die aufkommensstarken Nord-Süd-Verkehre zunehmend unter den Engpässen in der Schieneninfrastruktur leiden, "und zwar auf der ganzen Transitachse Offenburg- Basel-Schweiz bis nach Milano/Luino". Diese müssten rasch behoben werden, sollen die Großinvestitionen im Zuge der Neat wirklich ihre positive Wirkung entfalten können. Engpässe gebe es auch in der Terminal-Infrastruktur, "namentlich in Norditalien". Der Vor- und Nachlauf zu den grenznahen KV-Terminals müsse durch den Bau von Lkw-Sonderspuren erleichtert werden, heißt es in dem Papier. Zudem müssten die LSVA-Belastung für Lkw-gestützte KV-Vor- und Nachlauf-Tansporte deutlich verringert werden. Die im europäischen Vergleich deutlich überhöhten Trassenpreise in der Schweiz müssten weiter gesenkt werden, so die Unternehmer weiter. Vor allem auf der Nord-Süd-Achse müsse der Schienengüterverkehr hinsichtlich Fahrplangestaltung, aber auch bei der Beseitigung etwaiger Störungen dem Schienen-Regionalverkehr gleichgestellt werden. Handlungsbedarf besteht auch auf administrativem Gebiet. Die zentralen Forderungen lauten hier: Vereinfachung der Zollformalitäten beim Grenzübertritt und beschleunigte Zulassungsverfahren für Lokomotiven sowie für jene, die den Beruf des Lokomotivführers ergreifen wollen, seien ebenfalls unverzichtbar. (vr/eha)

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