Gent. Der als Folge der Weltwirtschaftskrise ausgelöste Nachfrageeinbruch in der Stahl- und Eisenindustrie hat den flämischen Hafen Gent in besonderer Weise getroffen. Wie der Städtische Hafenbetrieb jetzt bekanntgab, liegt der Gütermengenrückgang 2009 gegenüber dem Vorjahr bei rund 21 Prozent. Insgesamt gingen etwa 37,2 Millionen Tonnen über die Kaikanten des sehr stark auf die Montan-Industrie ausgerichteten Hafens. Er nimmt in Belgien den dritten Platz nach Antwerpen und Zeebrügge ein. Im bisherigen Spitzenjahr 2008 wurden in Gent annähernd 47 Millionen Tonnen umgeschlagen. Die Umschlag trockener Massengüter wie Kohle und Erze, aber auch Schrott, macht gut 60 Prozent des Güterumschlags in Gent aus. Die Bremsspuren beim Güterumschlag fallen in Gent vor allem im ersten Halbjahr besonders kräftig aus. So lag beispielsweise die im zweiten Quartal bewegte Umschlagmenge um gut 33 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Wie in vielen europäischen Seehäfen setzte auch in Gent mit dem 3.Quartal eine schrittweise Erholung des Seegüterumschlags ein. Der mit Abstand beste Einzelmonat für die Schifffahrt war der Dezember, dessen Umschlagmenge nur um gut drei Prozent unter dem Vorjahrswert lag. Konstant blieb der Umschlag von Flüssiggütern. Erleichtert ist der Hafenbetrieb auch, dass Gent 2009 keine Liniendienste als Folge der Krise einbüßte. Für 2010 ist der Hafenbetrieb grundsätzlich zuversichtlich. In diesem Frühjahr wird er seinen neuen Hafenentwicklungsplan vorlegen, der eine Laufzeit von zehn Jahren hat. Schon jetzt steht fest, dass in den Ausbau und die Erneuerung des Hafens in erheblichem Umfang investiert werden soll. Eine „Stabilisierungswirkung“ verspricht sich der Hafenbetrieb Gent auch davon, dass die Hafenentgelte für 2010 auf dem Vorjahresniveau eingefroren wurden. (eha)
Schwäche der Stahlindustrie trifft Hafen Gent
Güterumschlag des belgischen Hafens liegt 2009 um gut 21 Prozent unter Vorjahresniveau –Im Frühjahr wird neuer „Hafenentwicklungsplan“ bis 2020 vorgestellt