Schleswig-Holstein: Gefahrguttransporte mit großen Defiziten bei Ladungssicherung

11.08.2005 16:37 Uhr

Ein Viertel der Gefahrguttransporte weist Mängel auf. Polizei will Kontrollen verstärken

Kiel/Pinneberg. Mangelhafte oder fehlende Ladungssicherung beim Transport von kennzeichnungspflichtigen Gütern werden von schleswig-holsteinischen Polizeibeamten im Rahmen von allgemeinen Verkehrskontrollen immer häufiger beanstandet. Das geht aus dem jetzt vom Kieler Innenministerium vorgelegten „Gefahrgut-Jahresbericht 2004“ hervor. In dem Berichtsjahr nahm die Polizei landesweit rund 5500 Transporte mit Gefahrgut unter die Lupe, vom gewerblichen Güterkraftverkehr bis hin zu Fahrzeugen von Handwerksbetrieben. Ein gutes Viertel der kontrollierten Fahrzeuge wies Mängel auf. Neben den Defiziten in der Ladungssicherung monierten die Beamten als zweithäufigsten Verstoß, dass die Vorschriften zur Kennzeichnungspflicht der Güter nicht oder unzureichend erfüllt wurden. Ein besonderes Augenmerk wird die schleswig-holsteinische Polizei künftig auf die Fahrzeuge von Handwerksbetrieben richten. Hier sind es vor allem die Defizite bei der Sicherung von Gasflaschen: „Das ist keine Bagatelle“, kritisierte Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner bei der Vorstellung des Jahresberichts in Pinneberg (bei Hamburg) das Verhalten der Unternehmen beziehungsweise ihrer Mitarbeiter. Es gebe vielmehr eine Häufung von Unfällen, bei denen sich die im Laderaum des Fahrzeugs abgestellten und kaum gesicherten Gasflaschen zu tödlich wirkenden Geschossen entwickelt hätten. Stegner kündigte an, dass die Kontrollintensität verdichtet werden soll. Zugleich sollen die Unternehmen noch gezielter über die Folgen eines unsachgemäßen Transports von Gefahrgütern unterrichtet werden. Stegner: „ Die Gefahrgutkontrollen der Polizei lassen den Schluss zu, dass in vielen Betrieben weder die Gefahrgutbeauftragten-Verordnung noch die Transportvorschriften im erforderlichen Umfang umgesetzt werden.“ Diese Vorschriften seien aber alles andere als Ausdruck „für überflüssige Bürokratie“, sondern dienten dem Schutz der Bürger. 2004 registrierte die Polizei im nördlichsten Bundesland 44 Zwischenfälle mit Gefahrgütern. Die meisten gingen glimpflich aus. Unter den exakt 5.518 kontrollierten Fahrzeugen stammten 1807 aus sonstigen EU-Ländern und weitere 101 aus Nicht-EU-Staaten. In 1270 Fällen verhängte die Polizei Bußgelder. 128 Fahrer wurden mit einem Verwarnungsgeld belegt. (eha)

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