Schifffahrt soll Umwelt schonen

03.05.2007 14:33 Uhr

Bundesverkehrsminister Tiefensee fordert Umstieg auf schwefelarmes Dieselöl

Bremen. Die Bundesregierung will den Anteil von hochgiftigem Schweröl in Schiffstreibstoffen innerhalb von zehn Jahren deutlich zurückdrängen. Das Schweröl müsse durch modernen und umweltverträglichen Schiffsdiesel ersetzt werden, forderte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Donnerstag auf der EU-Meereskonferenz in Bremen. Schweröl belaste die Umwelt besonders durch Schwefel, Grob- und Feinstaub sowie Stickoxide. Emissionen aus der Schifffahrt haben nach neueren Studien einen zunehmenden Anteil an der Luftverschmutzung in Europa und belasten vor allem die Bewohner der Küstenregionen und der Hafenstädte. Kritiker bezeichnen Schiffe mit extrem schlechten Treibstoffen auch als „schwimmende Sondermüllanlagen“. „Wir wollen den Einstieg in den Ausstieg schaffen“, sagte Tiefensee, „das kommt der Natur und den Anwohnern rund um die Seehäfen zu Gute“. Die Umstellung der Treibstoffe könne jedoch nur international gelöst werden. Zunächst sollte sich in der EU eine einheitliche Meinung bilden, um dann bei der Internationalen UN-Schifffahrtsorganisation IMO das Thema voranzutreiben. Deutsche Reeder könnten dabei mit modernen Schiffen Vorreiter für eine umweltfreundlichere Entwicklung sein. Die gesamte Nordsee wird nach Angaben von Tiefensee von August an zu einem Schwefelemissionsschutzgebiet. Ähnlich wie in der Ostsee müssten Schiffe dort ihren Schwefelgehalt durch saubere Treibstoffe oder spezielle Filter auf 1,5 Prozent Volumenprozent senken. Wenn immer mehr dieser Schutzgebiete eingerichtet würden, gebe es künftig keinen Anreiz mehr zur Verwendung von billigerem und schädlicherem Schweröl. Die Bundesregierung unterstützt nach den Worten von Tiefensee den Vorschlag der EU-Kommission, die Schifffahrt in den Emissionshandel einzubeziehen. Der Seeverkehr müsse seinen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten, auch wenn die Schifffahrt nur etwa zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen ausmache. Regelungen für den Emissionshandel müssten allerdings weltweit verbindlich greifen, um Wettbewerbsnachteile und -verzerrungen auszuschließen. (dpa)

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