Scania-Übernahme: MAN-Aufsichtsrat tagt am Wochenende

15.09.2006 00:00 Uhr

MAN legt gute Zahlen vor: Nutzfahrzeugchef Weinmann erwartet für 2006 Absatzplus von elf Prozent

München/Wolfsburg. Im Milliardenpoker um die Übernahme des schwedischen Konkurrenten Scania trifft sich am Wochenende der Aufsichtsrat des MAN-Konzerns zu einer Sondersitzung. Dabei werde das Kontrollgremium über das Thema informiert, sagte ein MAN-Sprecher heute in München. Nähere Details wollte der Konzern nicht nennen. Nach Informationen aus Branchenkreisen könnte dann am Montag das offizielle Übernahmeangebot folgen. Es wird erwartet, dass MAN etwa 9,5 Milliarden Euro bieten könnte. Eine Gegenofferte von Scania wird nicht ausgeschlossen. Der VW-Aufsichtsrat wollte bei einer turnusmäßigen Sitzung am Freitag in Wolfsburg über die Reaktion von Volkswagen auf die MAN-Übernahme-Pläne beraten. Volkswagen sei grundsätzlich an einem Aktientausch interessiert, hieß es. VW könnte zudem sein brasilianisches Schwerlaster-Geschäft in den neuen MAN-Scania-Konzern einbringen und so zu einem maßgeblichen Aktionär werden. Volkswagen hält bei Scania 34 Prozent der Stimmrechte und 18,7 Prozent des Kapitals. Laut Branchenkreisen wollen Investor und VW ihr Vorgehen abstimmen. VW ist größter Scania-Einzelaktionär. In der Branche wird darüber spekuliert, dass VW sein Schwerlaster-Geschäft in Brasilien in einen neuen MAN-Scania-Konzern einbringen könnte. Der MAN-Konzern geht gut gerüstet in den Übernahmekampf. Im Nutzfahrzeugegeschäft ist das Wachstumstempo in den vergangenen Monaten noch einmal beschleunigt worden. Er rechne für 2006 mit einem Absatzplus von elf Prozent auf 75.000 verkaufte Busse und Lastwagen, sagte Anton Weinmann, Chef der MAN Nutzfahrzeuge AG, der Zeitschrift „Euro am Sonntag“. „Da ist es wahrscheinlich, dass wir die 8,5 Prozent Umsatzwachstum aus 2005 klar übertreffen.“ Der Gewinn werde überproportional zulegen. Die geplante Umsatzrendite von sieben Prozent werde übertroffen. Der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hatte Mitte der Woche erstmals offiziell Interesse an einem Zusammengehen mit Scania bekundet. Dabei muss sich der Konzern vor allem mit den Scania-Anteilseignern Investor und Volkswagen einigen. Laut Branchenkreisen sind für das Wochenende weitere Gespräche geplant. Dem Vernehmen nach will Investor, das von der schwedischen Wallenberg-Familie kontrolliert wird, bei einem Verkauf seiner Anteile bar ausgezahlt werden. (dpa/sb)

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